
Wie ihr vielleicht schon bemerkt habt, sind wir aus unserer wohlverdienten Sommerpause schon lange wieder zurück und hatten fast 6 Wochen Zeit, um im Netz / Internet nach Lust und Laune zu recherchieren.
Und wenn wir dann einen solchen Fund von einer Fachperson in der Psychiatrie mit einem solchen Dokument und Informationen finden, dann wird es uns ganz anders und hinterlässt einen faden Beigeschmack.

In dieser Dokumentation erwähnt der Autor sogar die «Verordnung über Betäubungsmittelsucht und andere suchtbedingte Störungen» und wirbt bestimmt unwissentlich mit Informationen der weltbekannten Scientology Tarnorganisation «sag Nein zu Drogen, sag Ja zum Leben» – echt jetzt? Wo bleibt der Schutz vulnerabler Menschen von dieser zerstörerischen Sekte?
Sind solche Sekteninformationen für Fachärzte der Psychiatrie und Psychologen wirklich adäquat und im Jahr 2026 noch rechtskonform / wissenschaftlich belegt? Ist das die geleistete Aufklärungsarbeit auf akademischen Ebenen? Kein Wunder erleben wir an unseren Einsätzen vor Scientology Standaktionen und deren Tarnorganisation «sag nein zu Drogen & CCHR» immer wieder Psychologen, die die Argumentation dieser Psychosekte plausibel und noch erst noch toll finden.
Und hier nur ein paar Zeitungs-Artikel der letzten Zeit über die Scientology Drogenbekämpfer und ihre unfachmännischen Broschüren, welche sie gerne an Passanten im ganzen deutschsprachigen Raum verteilen.
- Watson vom 16.07.2025 – Scientology verteilt Drogen-Flyer an Fussball-EM – das steckt dahinter
- Wiener Zeitung vom 15.09.2025 – Trotz Warnungen: Scientology-Verein an Österreichs Schulen
- Bluewin News vom 15.04.2025 – Bundesrat will keine schweizweiten Anti-Drogen-Plakate
- Merkur vom 18.10.2024 – Wie Scientology mit Tarnorganisationen in München um neue Mitglieder wirbt
- Beobachter vom 14.02.2023 – Entzug von Drogen dank Narconon? Wie Scientology Süchtige bekehren will
- Die Zeit vom 26.08.2023 – Verfassungsschutz: Warnung vor Scientology-Drogenberatung (diese Warnung gilt nur noch für die Bundesländer Hamburg und Bayern)
- Zentralplus vom 26.06.2022 – Was ein Stand in Luzern mit Scientology zu tun hat
- RTL vom 07.08.2020 – Scientology ködert neue Anhänger mit Anti-Drogen-Infostand
- Nd vom 16.11.2018 – Sekte undercover – In Berlin geben sich Scientologen als Drogen-Aufklärer aus
- Tagesanzeiger vom 10.08.2015 – SVP-Nationalrätin kooperiert mit Scientologen
Sekten-Fachstellen:
- Infosekta: https://www.infosekta.ch/infos-zu-gruppen-und-themen/scientology/
- Relinfo: https://www.relinfo.ch/?s=Scientology
- Fachstelle für Suchtprävention Berlin – Stellungnahme der Fachstelle für Suchtprävention zu Aktivitäten von Scientology an Berliner Schulen
- Bundesstelle für Sektenfragen Wien: https://bundesstelle-sektenfragen.at/
Hier unsere Aufklärungs-Blogbeiträge:
- 11.05.2026 – DE: die Scientology Falle mit der Tarnorganisation «sag Nein zu Drogen» schlägt zu
- 23.09.2025 – CH – Bern: Kann die SBB (Schweizerische Bundesbahnen) von Scientology die Finger nicht davonlassen?
- 24.10.2024 – EILMELDUNG! Weltweiter Sieg von Aktivisten gegen Scientology
- 30.08.2024 – DE – Bayern: Was für ein Achtungserfolg: Scientology und ihre möchtegern Drogenbekämpfer aus den USA werden aus Deutschland abgemahnt!
- 18.06.2024 – CH – Waadt / Genf: Nach der Publikation von «24 heures» wurde in Bundesbern eine Interpellation betr. «Drogenprävention» eingereicht und das hat die Scientology Drogenbekämpfer aus Genf überhaupt nicht gefreut und sie haben in der FASA einen neuen Sündenbock gefunden
- 05.06.2024 – CH – Basel „ACHTUNG“: Tarnorganisation «sag Nein zu Drogen, sag Ja zum Leben» auch in der Schweiz unterwegs
- 27.12.2023 – WARNUNG für CH-DE-AT: Angekündigte weltweite GROSSOFFENSIVE von SCIENTOLOGY – David Miscavige
- 11.12.2023 – AT: Wie ein privater TV-Sender Scientology auf dem Leim gegangen ist
- 27.03.2023 – Wer und was ist Narconon, eine für Scientology wichtige Tarnorganisation?
- 23.08.2022 – SCIENTOLOGY SCHWEIZ vs DROGEN
- 26.05.2022 – Seit fast 20 Jahren bestätigt David Miscavige Scientology’s Tarnorganisationen
- 15.05.2022 – Die Drogenbekämpfer von Scientology mit ihrer Tarnorganisation «Sag Nein zu Drogen, sag Ja zum Leben»
Dass die Scientology Sekte seit Jahrzehnten zu den entschiedensten Gegnern der Psychiatrie gehört (sh. die OSA-Richtlinien Nr. 2, 8, 11, 12, 14), dürfte in psychiatrischen Fachkreisen allgemein bekannt sein. Über ihre Tarnorganisationen betreiben sie seit vielen Jahren Kampagnen gegen die Psychiatrie. Dazu gehören unter anderem der Verein CCHR (Bürgerkommission für Menschenrechte in der Psychiatrie), der mit Filmen, Broschüren, Ausstellungen und anderen öffentlichkeitswirksamen Massnahmen gegen psychiatrische Behandlungen und Einrichtungen auftritt.
Auch im Bereich der sogenannten Drogenprävention ist Scientology aktiv. Organisationen wie «sag Nein zu Drogen» bzw. international «Drug-Free World» werden von den Verfassungsschutzbehörden Hamburg und Bayern seit Jahren als scientologienahe Strukturen bzw. als Türöffner für die Scientology-Organisation eingeordnet. Nach aussen treten sie mit Aufklärungsarbeit über Drogen auf, dienen jedoch nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden auch dazu, Kontakte herzustellen und das Gedankengut von Scientology zu verbreiten.
Und zu diesem Thema brachte die BAZ am 29.01.2022 den grandiosen Artikel mit dem Titel «Kampf gegen die Elektro-Krampf-Therapie – Scientology will die «Folter» in Basel verbieten – Die streitbare religiöse Bewegung hält die Elektro-Krampf-Therapie für hochgefährlich und will Parlamentarier auf die Behandlungsmethode in der Basler Psychiatrie aufmerksam machen.
Gerade von psychiatrischen Einrichtungen bzw. von Fachstellen, Autoren und Mitarbeitern, die in diesem Umfeld publizieren, sollte man erwarten dürfen, dass die Herkunft und der ideologische Hintergrund der zitierten Quellen sorgfältig geprüft werden. Dass ausgerechnet Material einer Psychoorganisation wie Scientology herangezogen wird, deren erklärtes Ziel die Bekämpfung der Psychiatrie ist, erscheint zumindest äusserst befremdlich und bedarf einer nachvollziehbaren Erklärung. Wir werden nachfragen.
