«RonsOrg» ist eine Abspaltungs-Organisation von Scientology – Erfahrungsbericht und Interviews mit zwei Aussteigern

Update vom 21. und 27. Juli 2022

Als David Miscavige eigenhändig und skrupellos die fundamentalistische Scientology Organisation nach dem Tod vom Sektengründer L. Ron Hubbard 1986 übernahm, waren nicht alle Scientologen glücklich darüber. Daraufhin entstanden mehrere Ableger dieser Sekte – eine davon ist RonsOrg in Grenchen (Kanton Solothurn / Schweiz). Viele in Deutschland kennen diese Organisation auch unter dem Namen «Freie Zone».

Es sollte sich rasch herausstellen, dass David Miscavige übergeordnet vor allem zwei Ziele hatte, welche er kaltschnäuzig, gewissenlos und verbissen durchboxte:

1. Macht

2. Geld

Um den Platz in seinem Imperium zu sichern, wendet(e) er anscheinend auch Gewalt an – hochrangige Scientology Aussteiger berichteten davon. Aber bei diesen Vorwürfen sollte es nicht bleiben, denn es kamen noch weitere schwere Vorwürfe an’s Tageslicht: Menschenhandel, Kindesmissbrauch, Sklaverei und erzwungene Trennungen von Familienmitgliedern.

Dass solche schwerwiegenden Vorwürfe das Image von Scientology sowieso noch mehr beeinträchtigen, liessen sich einige Scientologen, bekannt als unabhängige Scientologen / independent Scientologists, nicht auf sich sitzen und gründeten weltweit verschiedene Organisationen, in welchen das Wissen resp. die Technologie von L. Ron Hubbard weiter gegeben werden konnte.

Wir sollten jedoch auch erwähnen, dass viele Mitglieder solcher Ableger behaupten, dass sie keine Scientologen mehr sind, die Technik von L. Ron Hubbard jedoch gut finden. Wir zweifeln daran und vermuten, dass es ein taktischer Zug von David Miscavige war, diese Ableger aufzubauen. Unsere Vermutung ist folgende:

Scientologen sind nach ihrem Austritt nicht nur glücklich. Sie sind auch frustriert, traurig und wütend, dass sie sich jahrelang haben manipulieren lassen und dass viele auch Unrechtes getan haben im Namen von Scientology. Prominente Aussteiger gehen an die Medien wie in den USA und packen aus, was in der fundamentalistischen Organisation geschehen ist. Da jedoch viele ex-Scientologen die Techniken von L. Ron Hubbard toll finden, ist es doch besser, dass versucht wird, diese ex-Scientologen «ruhig» zu halten in dem sie die Techniken weiterhin in der RonsOrg erlernen, ausbauen und weiter studieren dürfen. So hat Scientology nämlich bedeutend weniger Probleme mit Aussteigern, denn sie sind ja in einer «Tochtergesellschaft» integriert und verhalten sich still und lautlos.

Bereits sehr früh wurden wir durch unsere tiefgründige Hintergrundarbeit mit diesem Thema konfrontiert und bald wurden wir auf einige Organisationen aufmerksam, die hauptsächlich in den USA und englischsprachigen Ländern zu Hause sind. Selbstverständlich gibt es jedoch auch im deutschsprachigen Raum unabhängige Scientologen, die etwas Neues aufgebaut haben und dies ausgerechnet auch in der Schweiz.

Mit der Pandemie und den vermehrten Aktivitäten von Scientology Schweiz, rückte RonsOrg wie in der Vergangenheit noch weiter in den Hintergrund und konnte somit im ruhigen Kämmerchen ihr Unwesen treiben und ihre Arme für neue Mitglieder ausbreiten.

In unserem heutigen Artikel werden wir euch über den Ableger RonsOrg in Grenchen aufklären – mit einem Erfahrungsbericht und zwei Interviews über diese Organisation. Denn auch dieser Scientology Ableger leidet unter Mitgliederschwund und der Veralterung ihrer Mitglieder und fokussiert sich nun auch auf Kinder und Jugendliche. Auch Tony Ortega schrieb am 26. Oktober 2021 einen Artikel mit dem Titel «Was gerade in der unabhängigen „Freezone“ von Scientology passiert» und teilt ein Kommentar eines Mitglieds, in welchem auch Max Hauri erwähnt wird.

Wer und was ist eigentlich RonsOrg? Ihr Leitbild und ihre Absichten

«Die Aufgabe der RonsOrg besteht darin, Menschen, die nach einem besseren Leben und persönlicher Entwicklung streben, zu unterstützen. Wir glauben, dass jeder Mann und jede Frau es verdienen, glücklich zu sein, sich verbessern zu können und das Leben, dass sie wollen, zu führen und zu verstehen.

Man muss zwischen der ursprünglichen Lehre der Scientology, der sogenannten Scientology-Kirche und der RonsOrg als Scientology-Alternative zur Scientology-Kirche unterscheiden. Genauso differenziert man klar zwischen Christentum, Inquisition und den verschiedenen christlichen Kirchen.

In der RonsOrg finden Sie die ursprüngliche Scientology, so wie L. Ron Hubbard sie entwickelt und aufgeschrieben hat. Wir sehen die RonsOrg nicht nur als eine Alternative zur Scientology-Kirche, denn wir betrachten das, was in der heutigen Scientology-Kirche geboten wird, nicht mehr als Scientology. Deswegen sehen wir die RonsOrg ganz einfach als Scientology.

Wir bieten eine ruhige und sichere Umgebung, in der Sie sich selbst sein können, in der Sie lernen, reden, fragen, lachen, Freundschaften schliessen und vieles mehr machen können. Die RonsOrg ist ein freundlicher Ort.

Die RonsOrg grenzt sich ausdrücklich von der Scientology-Kirche und ihren Organisationen ab. Der Verfassungsschutz Baden-Württemberg hielt fest, dass die RonsOrg nicht zur Scientology-Kirche gehört und dass sie keinerlei verfassungsfeindlichen Ziele verfolgt.

Die RonsOrg (RonsOrganisation und Netzwerk für Standard-Technologie) wurde im Oktober 1984 von Bill Robertson in Frankfurt am Main gegründet. Die RonsOrg Grenchen (vormals Bern), Schweiz, wurde 1986 gegründet.

Dianetik und Scientology sind wissenschaftlich aufgebaut und wir sind keine Kirche. Wir sind als einfache Gesellschaft registriert.

Da dieses grossartige Wissen unser Leben bereichert, möchten wir dieses gerne weitergeben und mit anderen Menschen teilen.

Der Weg, den L. Ron Hubbard seit 1938 entwickelt hatte, greift die Themen auf, mit denen Menschen in ihrem Leben konfrontiert werden. Er gibt Möglichkeiten in die Hand, die Barrieren und Unwägbarkeiten, die auftauchen, anzusehen und aufzulösen.

Mit den ursprünglichen Methoden von L. Ron Hubbard hat die RonsOrg Grenchen – ein freies Team von hoch ausgebildeten Scientologen – die Wirksamkeit dieser Techniken in den letzten 30 Jahren wieder und wieder unter Beweis gestellt. Diese Techniken können Ihnen helfen, Ihren persönlichen Weg zu finden.

Wir stehen in keinerlei Verbindung zu offizieller oder inoffizieller Organisation der Scientology-Kirche, welche Methoden verwendet, die nicht mehr den Grundlagen von L. Ron Hubbard – der Befreiung des Menschen – entsprechen.

Bei uns kann die gesamte Brücke frei von Unterdrückung zu Preisen, die für jeden erschwinglich sind, gemacht werden.»

Anmerkung FASA: Wow, das hört sich doch alles mega gut an! Bei RonsOrg wird die reine und manipulative L. Ron Hubbard Technologie gelehrt und moderat angewendet! In unseren Augen werden mögliche Interessierte dreist in die Irre geführt:

a) Den Interessierten und neuen Mitgliedern erzählt man, dass sie eine Gruppierung ausserhalb der Scientology-Organisation sind, weil die „Church“ (so reden Scientologen auch von Scientology) durch Miscavige übernommen wurde und die «Rons Org / Freie Zone» gleichzeitig von sich sagt, dass sie sich noch 100% an L. Ron Hubbard orientieren.

b) Mit dieser Masche locken sie Scientologen an, welche mit der Führung von David Miscavige nicht mehr zufrieden sind und evtl. aussteigen möchten. Mit diesem Angebot als «unabhängige Scientologen» gibt man den Zweiflern die Möglichkeit, die Technologie trotzdem weiter anzuwenden. Und schwupp entsteht eine neue und ebenso gefährliche Abhängigkeit, die Scientologen ja bereits von Scientology kennen. Daher ist es auch naheliegend, dass die Manipulation wunderbar ein zweites Mal intensiv wirkt – als Scientologe hat man dies ja jahre- und sogar jahrzehntelang erlebt.

Als die RonsOrg von Bern nach Grenchen umzog, schrieb das Grenchner Tagblatt am 13. August 2013 einen Artikel mit folgendem Titel «Scientologen-Gruppe will in Grenchen die «wahre Lehre» praktizieren».

Dieser gut recherchierte Artikel erwähnt weiter: «Die nach eigenen Angaben grösste Schweizer Gruppe von Dissidenten Hubbard-Jüngern ist seit kurzem in Grenchen aktiv. «Seit über 25 Jahren liefert RonsOrg Grenchen erfolgreich original Scientology gemäss Standard Tech von L. Ron Hubbard unabhängig von der Scientology-Kirche», heisst es auf der Homepage von «RonsOrg Grenchen – Freie Scientology Schweiz». Das stimmt nur zum Teil. Max Hauri und sein «Beratungsunternehmen» ist erst vor ein paar Monaten in das mehrstöckige Haus an die Mazzinistrasse eingezogen, in eine neue Liegenschaft, die er selber gebaut hat.»

Die Unabhängigkeit von RonsOrg zur fundamentalistischen Scientology Organisation ist so gross, dass der Geschäftsführer Max Hauri und seine Ehefrau Erika Hauri im Hauptsitz von England auch Auditings durchführt.

Dies soll nun die sogenannte unabhängige Alternative zur fundamentalistischen Scientology Organisation sein?

Nun fahren wir mit einem Erfahrungsbericht und zwei Interviews weiter, damit ihr seht, wie die Realität in RonsOrg tatsächlich aussieht.

Erfahrungsbericht mit kritischen Aussagen von Vreny (Aussteigerin):

«Ich interessierte mich schon länger für Scientology und war neugierig, woran Scientologen so glauben und warum es Leute gibt, die nach eigenen Angaben gerne bei Scientology sind. Ich wusste, dass die Scientology Organisation für jedes Problem die passenden Massnahmen verkaufte. Zum damaligen Zeitpunkt arbeitete ich darauf hin, meine Matura zu bestehen. Auch für dieses Problem wurde ich auf Scientology Seiten fündig.

Aber mich deswegen in die Hände einer gefährlichen Psychosekte begeben? Das war mir dann doch zu heikel. Durch das Internet war ich ja bestens informiert. Nur um auf die «RonsOrg» zu kommen, musste man vor einigen Jahren noch intensivere Recherche aufbringen. Deshalb war ich stolz, diese liberalere, weniger kostspielige und ungefährlichere Möglichkeit entdeckt zu haben und nicht so blind wie die anderen zu sein, die nur das wussten, was sie von der «Church» erlebten oder im Internet lasen, ohne über den Tellerrand zu blicken.

Auf mich wirkte die «RonsOrg» seriös, da sie sich nicht nur von Scientology distanzierten, sondern deutlich vor den manipulativen Techniken und den stark überteuerten Auditings warnten. Das Auditing reizte mich besonders, da ich es mir so vorstellte, dass ich über meine ganzen Probleme reden kann und der Auditor mich durch Fragestellungen dazu bringt, selbst eine Lösung für meine Probleme zu finden – so wie sich manche eben eine gute Therapie vorstellen. Ganz so war es aber nicht!

Davor wurde mit mir ein kostenpflichtiges «Interview» am E-Meter durchgeführt, dies bräuchte man, damit der «C/S» (=»Case Supervisor» oder «Fallüberwacher» – das ist die Person, die den Fortschritt der zu auditierenden Person überwacht) ein auf mich abgestimmtes Programm entwickeln kann. Einige Fragen machten mich damals schon stutzig, wie die Frage, ob ich Kontakte zu Leuten habe, die gegen Scientology sind.

Nach paar Wochen sollte es endlich richtig losgehen, mein auf mich abgestimmtes Programm. Eine Sitzung bestand dann aus zwei Fragen, welche abwechselnd gestellt wurden, vorher wurden aber noch die Wörter «geklärt» («Was ist die Definition von «ein»?, Was ist die Definition von «Auditor»?, Was ist die Definition von «sich»?»). Ich wusste überhaupt nicht, wofür das gut sein sollte.

Wer sich intensiver mit Scientology befasst, der findet es dann heraus. Mir kam es wie ein Zeittotschlagen vor, da mehrere Minuten der Sitzungen dafür draufgingen, um für Wörter die Definitionen abzufragen und die restlichen Stunden, um Fragen zu stellen, deren Sinn ich nicht verstand.

Am schlimmsten fand ich es aber, dass ich im normalen Umfeld niemanden hatte, mit dem ich meine Zweifel besprechen konnte. Man meint, dass die Schweiz und andere deutschsprachige Länder so wunderbar über Sekten und besonders über Scientology aufgeklärt sind. Jedoch musste ich da andere Erfahrungen machen.»

Wie ihr seht, gibt es bei den perfiden Maschen von Auditings und Rekrutierung von neuen Mitgliedern absolut kein Unterschied zu RonsOrg / Freie Zone oder Scientology. Beide wenden dieselbe Technologie an und gehen identisch vor – vor allem aber muss der Zaster ja fliessen!

Hier das Interview mit Vreny

FASA: Zuerst einmal vielen Dank Vreny für deinen Erfahrungsbericht. Viele Male hören wir von Passanten, die von Scientologen angesprochen wurden «dass Scientology die passende Lösung für ihr Problem» hätten und nicht wie du es von Scientology geschrieben hast «für jedes Problem die passenden Massnahmen verkaufen». Kannst du uns bitte etwas mehr dazu sagen?

Vreny: Das war damals meine persönliche Wahrnehmung. Die RonsOrg war nicht meine erste Station, bei der ich Hilfe suchte. Bei anderen Anlaufstellen (nicht bei allen) habe ich beobachtet, dass auf Hilfesuchende nicht richtig eingegangen wird. Da war ich zum Beispiel bei einem Psychologen in einer Gruppe, zusammen mit soziophoben Patient*innen, einem schwer traumatisierten Flüchtling aus Syrien und Ex-Junkies und dieser Therapeut hat einfach dagesessen, relativ gelangweilt zugehört, aber hatte überhaupt kein Konzept, um diese verschiedenen Krankheitsbilder angemessen zu behandeln. Ich habe mich dann ernsthaft gefragt, warum es überhaupt so ein aufwendiges Psychologie Studium braucht, um am Ende nur da zu sitzen und jedem Patienten auf herablassende Art zu erzählen, dass die eigenen Probleme nicht so schlimm sind, wie die des traumatisierten Flüchtlings. Waren sie vielleicht tatsächlich nicht, aber daran, dass ich Hilfe wollte und brauchte, hat es nichts geändert. Und dann habe ich sie eben in der RonsOrg gesucht.

Wieso denkst du, haben sie dich gefragt, ob du Kontakte zu Personen hast, die gegen Scientology sind? RonsOrg distanziert sich doch ja davon.

Vreny: Die RonsOrg distanziert sich von der Church, aber nicht von Hubbards Philosophie. Und diese Philosophie wird als «Scientology» bezeichnet. Das liest die RonsOrg zwar nicht gerne, aber diese Frage hat sie von der Church übernommen, sie kommt vom dort angewandten PTS-Check (Anmerkung FASA – PTS-Check: Wenn ein Scientologe krank war oder einen Unfall hatte, wird nach dem Unterdrücker gesucht, der den Scientologen unterdrückt.) oder auch A-J-Check genannt (der AJ-Sicherheitscheck ist eine Befragung, die von einem Scientology-Ethikbeauftragten an einem E-Meter im Hubbard Communications Office (HCO) durchgeführt wird, um mögliche «Spitzel», Reporter oder «Anti-Scientologen herauszufiltern).

Möchtest du uns erzählen, was das für zwei Fragen dir abwechselnd gestellt wurden? Findest du es nicht ein bisschen seltsam, dass nur diese zwei Fragen gestellt worden sind?

Vreny: Es waren in jeder Sitzung zwei andere, die die ganze Sitzung über gestellt wurden. Also pro Sitzung zwei Fragen, aber mehrmals gestellt. Ja, das fand ich seltsam, das habe ich auch so kommuniziert, aber dann hiess es, dass das Konzept schon vielen Menschen geholfen hätte.

Was waren es für Fragen, welche du den Sinn nicht verstanden hast? Magst du uns diese aufzählen?

Vreny: Das waren die Fragen, die um Scientology handelten:

  • Stehst Du in enger Verbindung mit jemandem, der gegen geistige oder spirituelle Behandlung oder Scientology ist?
  • Hat jemand aus deiner Familie oder deinem Freundeskreis jemals seine Ablehnung gegenüber Scientology oder gegenüber Ihrer Zugehörigkeit zu Scientology zum Ausdruck gebracht?
  • Hast du dich jemals gegen Scientology geäussert?
  • Hast Du schonmal eine Straftat begangen?

Welcher Unterschied siehst du zwischen Scientology und RonsOrg oder anders gefragt, welche Gemeinsam- oder Ähnlichkeiten gibt es?

Vreny: Fangen wir mit den Gemeinsam- oder Ähnlichkeiten an: Sowohl die «Church», als auch die RonsOrg orientieren sich an den Werken Hubbards und werfen der konkurrierenden Partei vor, die ursprüngliche Lehre verfälscht «versquirrelt» (bedeutet: zu abwegigen Praktiken greifen oder die Scientology verändern) zu haben. Was die Basics betrifft, also das, was man ohne dem Image zu schaden einem Neuling unterbreiten kann, gibt es wohl kaum Unterschiede. Man lernt über den analytischen und den reaktiven Verstand, der analytische ist gut, der reaktive ist schlecht und wird durch Auditings reduziert. Hier sind sich beide Gruppierungen halbwegs einig.

Um die Aussagen und den Bericht von Vreny zu verstärken, haben wir Jürgen, ein Aussteiger aus Deutschland, betr. Kurskosten angefragt. Jürgen, welcher anschliessend auch ein paar Jahre bei «Freien Zone / RonsOrg» dabei war, hat sämtliche Aussagen von Vreny bestätigt und gibt uns einige Einblicke betr. Kostenstruktur.

FASA: Danke, Jürgen, dass Du die Aussagen und Erzählung von Vreny bestätigt hast. Könntest Du uns etwas zu den Kurskosten von RonsOrg / Freie Zone erzählen oder sogar konkrete Zahlen nennen?

Jürgen: Ich denke, dass sich die Kurskosten von den einzelnen Niederlassungen unterscheiden: Ein Fernkurs kostet 80€, das Interview am E-Meter hat in der «Freie Zone / RonsOrg» 150€ gekostet, das Auditing hat man dort nicht im Paket sondern stundenweise bezahlt, pro Stunde 45€. Hat die Befragung länger als eine Stunde gedauert (man wird so lange gefragt, bis die „schwebende Nadel“ angezeigt wird) musste man einfach draufzahlen».

Anmerkung FASA: Die «schwebende Nadel» ist ein Anzeichen am E-Meter am Ende einer Auditing-Sitzung, das bedeuten soll, dass ein Auditing Prozess abgeschlossen ist.

Unser Fazit:
der o.e. Bericht und die beiden Interviews bestätigen uns, dass «RonsOrg / Freie Zone» in der Thematik Technologie, Kurskosten und Geldbeschaffung genau dieselben Methoden anwenden wie die fundamentalistische Scientology Organisation.

Und zu guter Letzt hat auch dieser Blogbeitrag mit unserer internationalen Vernetzung zu tun. Im April 2022 haben wir aus England die Information erhalten (besten Dank dafür), dass RonsOrg ein mega Event für Kinder und Jugendliche plant. Auf der Homepage von RonsOrg war zu diesem Zeitpunkt aber noch nichts vermerkt, darum erhielten wir eine Kopie des Flyers. Und da es sich bei diesem Event ausschliesslich NUR um Kinder und Jugendlichen handelt, haben wir beschlossen, vor diesem Anlass zu warnen.

Here we go!

RonsOrg in Grenchen wird vom 30. Juli 2022 bis 6. August 2022 (die letzten zwei Schul-Sommerferien) unter dem Event «NEXTGEN WOCHE 2022» nur für Kinder und Jugendliche in Grenchen veranstalten.

Es ist einfach nur unglaublich, wie dreist die RonsOrg auf die jüngere «Zielgruppe» losgeht! Wo bleibt eigentlich das Kinder und Jugendschutzgesetz in der Schweiz -besonders auch für Sektenkinder? Leider sind Kinder und Jugendliche viel zu wenig geschützt, aber besonders schlimm ist dies für Kinder, welche in fundamentalistische Organisationen und Psychosekten hineingeboren sind und absolut keine Rechte und Möglichkeiten haben, sich zu schützen oder sich aus einer manipulativen Gruppierung zu befreien.

Mit folgenden Themen / Punkten wollen sie die jungen Menschen «drillen» und auf «die Spur bringen»:

  • Kurs: Wie man die richtigen Leute findet
    Damit man jene Leute findet, mit denen man zusammen sein will.
  • Kommunikationskurs:
    Werde fähig, leicht und wirkungsvoll zu kommunizieren und lerne, wie man mit Kommunikation jede Situation in Ordnung bringen kann.
  • Studierkurs:
    Lernen wie man lernt und werde fähig jedes Gebiet zu studieren. Lerne auch wie Du andern helfen kannst, Schwierigkeiten beim Studieren zu überwinden.
  • Auditing:
    Erhalte Auditing, um spezifische Probleme anzugehen.

Es bestätigt einmal mehr, dass kein Kind in und vor Scientology geschützt ist und geschützt werden kann, da sie bis zum 16. Lebensjahr unter den Fittichen der Eltern stehen und gegenüber den Kindern und Jugendgesetz als «religiös unmündig» gelten.

Klar scheint der Anlass, welcher in Grenchen stattfindet auf Ron’s Org Mitglieder ausgerichtet zu sein. Aber es heisst eben auch nirgends explizit, dass Aussenstehende und Nicht-Mitglieder unerwünscht sind.

Wenn die Eltern keine Ahnung haben, was in Scientology und RonsOrg abgeht (und dies wird sehr viel der Fall sein, weil man einfach nichts über die manipulativen Techniken von Scientology weiss), dann ist der Schaden bereits angerichtet und die Eltern erteilen nicht nur den «Segen», an solch einem riskanten Event teilzunehmen, sondern sie bringen sich selbst in Gefahr, auf die fundamentalistische Organisation und Psychosekte Scientology hereinzufallen.

Auch Eltern, welche Ron’s Org so „toll“ finden, sollen doch mal überlegen, wie verschmolzen Ron’s Org mit Scientology ist. Und so eine manipulative Kurswoche wollen sie ihren eigenen Kindern und Jugendlichen antun und zulassen, dass sie mit L. Ron Hubbard Müll zugetackert und sogar auditiert werden? Wie skrupellos sind Eltern, die nicht einmal ihre eigenen Kindern vor dieser gefährlichen und manipulativen Vorgehensweise schützen?

Nicht umsonst haben wir letztes Jahr die zwei Blogbeiträge mit dem Thema «In Scientology existiert keine Kindheit – Teil 1 und Teil 2» publiziert und die Traumas aufgezeigt. Unsere neuen Flyer für Jugendliche haben wir auch nicht ohne Grund erstellt. Und auch RonsOrg, welche sich moderat einstuft, bestätigt auf ihrer Homepage, dass Kinder ab 6 Jahren von ihnen auditiert werden! Und in ihrem Blogbeitrag bestätigt sich zum Thema «Körper und Thetans», dass dies dieselbe Ideologie wie in Scientology ist! Diese Seite ist vollgespickt mit Aussagen von L. Ron Hubbard. Da sagen wir einfach nur noch «WUNDERBAR»….

Scientology und all ihre Ableger (wie sie auch immer heissen mögen), retten mit ihrer Technologie keine Kinder, sie bilden sie auch nicht aus. Im Gegenteil: sie werden früh auf eine hinterlistige und perfide Weise manipuliert und auf die geldgeile Machtorganisation Scientology vorbereitet. Der Zaster soll ja auch in Zukunft fliessen.

Es scheint so, dass die Manipulation nicht früh genug beginnen kann – haben die Verantwortlichen und ausführenden Personen gar kein Gewissen? Können sie am Morgen überhaupt noch in den Spiegel schauen?

Im Namen aller Kinder und Jugendlichen bitten wir Städte, Gemeinden, Lehrer, Psychologen, Sozialarbeiter, Schulen, Politiker, Kinderärzte, Ämter, Anwälte und Institutionen, endlich etwas in der Schweiz zu unternehmen. Es muss JETZT geschehen. Danke.

Update vom 27. Juli 2022
Die Solothurner Zeitung, das Grenchner Tagblatt, das Oltner Tagblatt und die Aargauer Zeitung haben sich diesem Scientology-Ableger gewidmet und heute einen sehr guten Artikel mit dem Titel «Der Scientology-Ableger in Grenchen macht für Jugendliche und junge Erwachsene eine Kurswoche – Kritiker warnen eindringlich» publiziert.

2 Kommentare zu „«RonsOrg» ist eine Abspaltungs-Organisation von Scientology – Erfahrungsbericht und Interviews mit zwei Aussteigern

  1. Hallo FASA
    Danke vielmal für Euer TOP ENGAGEMENT ❣️
    Ich bin froh und dankbar, dass es Euch gibt. Ihr leistet HERVORRAGENDE 👑 Arbeit und Aufklärung 🇨🇭 Gruss und bis bald mal wieder. Duft Queen

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