Tragische Suizide in Scientology – es gibt Scientologen, die behaupten, dass man Scientology Mitgliedern, die als „Psychos“ galten, den Befehl erteilt habe, Suizid zu verüben.

Update vom 13. Januar 2023 (sh. unten)

Ein neues Jahr und der erste neue Blogbeitrag mit ganz fadem Beigeschmack für Scientology – Gutmenschen, die die Welt angeblich reinigen und retten wollen.

Der o.e. Titel stammt aus einem Bericht der Frankfurter Rundschau vom 15. August 2012, ist immer noch aktuell und es werden sogar noch andere Fragen gestellt:

«Ist Biggi Reichert mit Gehirnwäschemethoden in den Tod getrieben worden? Weil sie nicht mehr „fähig“ war? Was hat man in Flag mit ihr gemacht?» Mehr zu diesem Fall weiter unten.

Bevor das Jahr 2022 zu Ende ging, waren weltweite Aufklärer, Kritiker und Gegner von Scientology zutiefst erschüttert als uns eine erneute Meldung eines Suizids erreichte, derjenige von Whitney Milles (Clearwater FL).

Damit ihr das Titelbild und die Zusammenhänge dieser Scientologen nachvollziehen könnt, werden wir euch anhand dieses neuen und tragischen Falles erklären, wie die fundamentalistische und demokratiefeindliche Wirtschaftssekte mit ihren eigenen Mitgliedern, welche an einer Depression leiden, umging und auch heute noch umgeht. Es sind wirklich tragische Fälle und umso mehr stellen wir das ganze System Scientology noch mehr in Frage.

Bevor wir aber mit diesem Fall beginnen, möchten wir euch in Erinnerung rufen, dass die Psychosekte Scientology, eingetrichtert von ihrem Guru und Gründer L. Ron Hubbard, die Psychiatrie als ihren Staatsfeind Nr. 1 ansieht. Ohne dieses Wissen kann man die vielen Suizide in Scientology sonst nicht verstehen. Auch die internationale Polizei / Kantonspolizei weiss leider immer noch viel zu wenig über Scientology und ihren Umgang mit psychisch erkrankten Scientologen.

L. Ron Hubbards intensiver Hass auf die Psychiatrie endete merkwürdigerweise zwischen seiner Bitte um psychiatrische Hilfe im Jahr 1947 und seiner Verwendung eines vom Arzt verschriebenen psychiatrischen Beruhigungsmittels am Ende seines Lebens.

Aber es geht noch weiter… sh. Blogbeitrag von Jeffrey Augustin vom 17. Januar 2017: «David Miscaviges heftige Tirade gegen die Psychiatrie im Jahr 2007 war nichts Neues. Im Oktober 1995 versprach Miscavige Scientologen, dass die Psychiatrie in fünf Jahren zerstört werden würde: „Es gibt viele Meinungen darüber, was mit der Erde, 1995, nicht stimmt. Aber wenn Sie diese Probleme wirklich beseitigen wollen, müssen Sie nur für die Ziele arbeiten, die wir uns als Mitglieder der IAS gesetzt haben das Jahr 2000: Ziel Eins – Scientology an die absolute Spitze der Gesellschaft zu bringen. Zweites Ziel – Beseitigung der Psychiatrie in all ihren Formen. Lassen Sie uns die Psychiatrie abschaffen und Scientology zu jedem Mann, jeder Frau und jedem Kind auf diesem Planeten bringen.“

Schließlich, und hier kommen wir zum Kern der Sache, war L. Ron Hubbard wütend darüber, dass die Psychiatrie ein seiner Meinung nach betrügerisches Monopol auf die Behandlung psychischer Erkrankungen erhalten hatte. Nach Hubbards Denkweise wurde die Psychiatrie manipuliert, weil sie ein achtjähriges Medizinstudium plus eine vierjährige psychiatrische Facharztausbildung erforderte, um Psychiater zu werden. Diese Verschwörung, medizinische Abschlüsse und Aufenthalte zu verlangen, schloss Hubbard und sein E-Meter effektiv von den zehn Milliarden Dollar aus, die die Regierung pro Jahr für die Behandlung der psychischen Gesundheit ausgibt.

Hubbard wollte dieses Geld. Er wollte, dass Scientology ein exklusives globales Monopol auf die Behandlung psychischer Erkrankungen hat und dass Milliarden von Regierungsdollars in psychiatrische und psychische Gesundheitsprogramme fließen. Wie Hubbard in seinem vertraulichen Memo Intelligence Actions von 1969 schrieb: Unser Krieg wurde gezwungen, das Gebiet der mentalen Heilung auf diesem Planeten in allen Formen absolut zu übernehmen … Unser totaler Sieg wird kommen, wenn wir seine (die feindliche) Organisation leiten, seine Funktionen erfüllen und seine Finanzierung und Zuwendungen erhalten.»

Anmerkung FASA: Eine zutiefst kranke Einstellung von Scientology der Psychiatrie gegenüber, aber von L. Ron Hubbard eben erneut geldgetrieben und vom Wahnsinn nur so umzingelt, was das angestrebte exklusive Monopol und die angestrebte Übernahme der mentalen Heilung sehr deutlich unterstreicht!

Dieser abgrundtiefe Hass gegenüber der Psychiatrie führte nicht nur dazu, dass die Psychiatrie für Scientology zum Staatsfeind Nr. 1 wurde, sondern auch bald zur Gründung der Tarnorganisation «CCHR – Bürgerrechtskommission für Menschenrechte in der Psychiatrie – in Deutschland ist es der KPVM – Kommission für Verstösse der Psychiatrie». Sämtliche psychiatrische Therapieansätze und Behandlungen werden von Scientology verpönt, sodass sich keine Mitglieder dieser Sekte getrauen, bei Depressionen oder anderen Erkrankungen einen Psychiater aufzusuchen und sich helfen zu lassen – Scientology schreibt nicht von ungefähr seine Stände mit «Psychiatrie zerstört Leben» an.

Der Grund dafür liegt darin, dass es in dieser Psychosekte keine «Geisteskrankheiten» gibt und die Lehre von Scientology besagt, dass mit Hilfe ihrer Technologie alle Krankheiten geheilt werden können. Und wenn man den Status «Clear» erreicht hat, kann man brav den langen und sehr kostspieligen Weg auf der Brücke zur Freiheit gehen bis man, nach Abdrücken von Hunderttausenden und bis zu einer oder mehreren Millionen von Euros, die OT Stufe 8 erreicht hat. Dann ist man ein Thetan, ein Übermensch, ein Superman, wow!

Ziel dieser OT-Kurse ist es, als Mensch „Ursache“ zu werden über Raum, Zeit, Energie und Materie resp. diese Dimensionen und Kausalitäten zu kontrollieren. Phänomenal…

Dass Scientologen besonders stark an ihre Technologien glauben, führt dazu, dass sie auch fest davon überzeugt sind, mittels Auditings sich selbst heilen zu können. Aber genau dieser Irrglaube führt zu vielen Todesfällen in Scientology – sei es, dass sie an Krebs sterben, oder sei es, dass sie sich bei einer Depression das Leben nehmen.

Fall Withney Mills († Mai 2022)
Withney war eine junge 40-jährige Frau, Immobilienmaklerin und Scientologin und erreichte 2019 die höchste Stufe in Scientology, die OT 8 Stufe. Sie war jahrelang mit Jairo Andres liiert, auch ein Scientologe auf der Stufe OT 8. Während der Pandemie zerbrach diese Partnerschaft jedoch. Gemäss Aussagen der Polizeibehörde von Clearwater litt Mills im Jahr 2022 an einer Reihe von Gesundheitsproblemen, darunter Lyme-Borreliose und Depressionen. Withney Mills zündete sich selbst an, hat auch auf sich geschossen und starb anderthalb Tage später im selben Spital wie Lisa McPherson im Jahr 1995. Auch in diesem Fall fand die Polizei von Clearwater keine Beweise für ein «Fair Game» oder eine Beteiligung von Scientology am Tod von Withney Mills.

Hier ein paar Medienberichte und ein Aufklärungs-Video:

Tony Ortega vom 28. Dezember 2022 «TRAGISCH: Clearwater OT 8 Scientologin, 40, zündete sich selbst an, bevor sie sich selbst erschoss»

Aaron Smith-Levin, Meldung vom 29. Dezember 2022 «Ein weiterer OT 8 nimmt sich in Clearwater, FL, das Leben»

DailyMail vom 31. Dezember 2022 «Eine scientologische Immobilienmaklerin, die dachte, sie würde gegen die Lyme-Borreliose kämpfen, zündete sich selbst an und erschoss sich selbst»

Und dann publizierte Aaron Smith-Levin am Morgen des 31. Dezembers 2022 ein trauriges und aufklärendes Youtube-Video mit vielen Beweisen, welches einem auch aus der Ferne sehr berührte und zum Weinen brachte. Trotz sehr vielen Erfahrungen und Erlebnissen von ex-Scientologen sind wir nicht einfach nur abgebrüht und können, wollen und werden nie so eiskalt reagieren, wie die manipulativ trainierten Scientologen.

In diesem englischsprachigen Youtube Video erklärt Aaron, dass Withney Mills durch ihre Depressionen unter 3 «Watcher» (Beobachter / Aufpasser) stand, weil sie höchst Suizid gefährdet war und wie man sie per «SMS oder andere Nachrichtenkanäle» mit einer Mitteilung zum Selbstmord trieb und dies mit folgender Aussage:

Der Scientologische Ausdruck «drop the body» ist in ihrer Sprache übersetzt nichts anderes, als eine Aufforderung, sich selbst umzubringen. Hier nun das o.e. Youtube Video:

Statt die Wahrheit zu erzählen hat der Arzt, Dr. David Minkoff, natürlich selbst Scientologe, diagnostizierte er bei ihr Lyme-Borreliose und hat andere Scientologen angelogen. In der Flag geht das Gerücht um, dass Withney Mills an Unterleibs-Krebs erkrankt war!

Der Name David Minkoff fiel auch im Fall Lisa McPherson. Könnte es sein, dass er sogar im Fall «Biggi Reichert» gewisse Aussagen gemacht hat und er seine Finger im Spiel haben könnte (was ihr Besuch in Clearwater 2006 betrifft)?

Fall Biggi Reichert aus Hamburg DE († März 2006)
Dieser Fall hat grosse Ähnlichkeiten zum o.e. Fall. Als OT 8 Scientologin galt die 40-Jährige als «geläutertes Geistwesen der höchsten Stufe». Biggi Reichert war zum Zeitpunkt ihres Todes «PES – Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit» in der Hamburger Scientology Zentrale. Ende 2005 war Biggi Reichert verschuldet und wegen ihrer misslichen finanziellen Lage – verursacht durch den scientologischen Ehemann Jürgen Reichert (Immobilien Spekulant). Sie arbeitete für eine kleine Aufwandsentschädigung über 40 Stunden in der Hamburger Scientology-Zentrale, zusätzlich bis zu 30 Stunden in einer Tierarztpraxis und half ihrem Mann in dessen Immobilienfirma. Offenbar erfolglos bat Biggi Reichert ihre Vorgesetzte, die Direktorin in Hamburg, um Hilfe. Diese Probleme erwähnte sie in diversen E-Mails / Briefe an ihre Auditorin in Clearwater und Ende Februar 2006 schlug man ihr vor nach Clearwater zu gehen, um die Probleme anzugehen. Sie flog verzweifelt in die USA. Was bei ihrem Clearwater Aufenthalt mittels den manipulativen Auditings in solch einer Situation helfen könnten, wurde bis heute nicht herausgefunden. Am 1. März 2006 kehrte sie zurück und verbrachte drei Tage auf dem Reiterhof Bienenbüttel bei ihrer Scientologen-Freundin, Gloria Schlüter.

Bei Ihrem Suizid vom 5. März 2006 fanden die Ermittler im Auto blutige Taschentücher, Spritzen und Medikamente. Als die Leiche obduziert wurde, entdeckten die Gerichtsmediziner zudem 28 Brandwunden ähnliche Stellen am Kopf der Toten. Diese seien ihr offenbar wenige Tage vor ihrem Tod zugefügt worden, was NDR zu folgenden Fragen führte:

«Warum hat sie sich selbst umgebracht? Woher kamen die zahlreichen Kopfwunden, die die Rechtsmediziner bei der Obduktion festgestellt haben? Verletzungen? Verwahrlosung? Wollte sie die Sekte verlassen?»

Biggi Reichert hinterliess einen bewegenden Abschiedsbrief. Mit den Recherchen von Markus Thöss erschien im Jahre 2017 die Doku «Die tote Scientologin» von Panorama – die Reporter im NDR.

Sowohl die Hamburger Gerichtsmedizin als auch das Landeskriminalamt beantragen damals Hausdurchsuchungen auf dem Anwesen. Doch die Staatsanwaltschaft lehnte ab. Offenbar kein Einzelfall. Heute hat die Kripo gestanden in diesem Fall Ermittlungsfehler gemacht zu haben.

Wenn ihr jetzt denkt, dass solche Vorfälle in der Schweiz nicht möglich sind, dann müssen wir euch leider enttäuschen. Die Schweiz ist mit dem «toleranten und liberalen» Umgang mit dieser Scientology Sekte nicht befreit. Durch unsere Recherchen kamen wir mit dem nächsten Fall in Berührung – es geht um den Vermisstenfall «Yolanda Klug aus Leipzig».

Fall Roland Löffler, zeitweise wohnhaft in der Schweiz († April 2021)
Dieser Fall ist auch so mega traurig und tragisch! Durch den ganzen Vermisstenfall «Yolanda Klug» ging er leider fast in Vergessenheit. Roland Löffler war der Ehemann der Pressesprecherin der Scientology Ideal Org Basel. Er und Annette Löffler verliessen den Wohnort in Südbaden ca. 2018, wo sie gemeinsam nach Südafrika gingen. Vorher verkaufte Roland Löffler sein ganzes Hab und Gut, kam jedoch nach kurzer Zeit wieder allein zurück in die Schweiz. Er erhielt einen Job bei Scientology Basel und Zürich und lebte angeblich in einer scientologischen WG. Auch Roland Löffler litt an Depressionen und er hat sich dann im April 2021 umgebracht. Heute wissen wir, dass er ca. 8 Monate vor seinem Suizid von Scientology Basel und Zürich Hausverbot erhalten hat resp. ausgeschlossen wurd. In unserem Blogbeitrag vom 17. Oktober 2022 haben wir diesen Fall erwähnt und wir blieben und bleiben wegen den laufenden Ermittlungen im Fall Yolanda Klug weiterhin sehr oberflächlich.

Bei einer nicht behandelten Depression kann ein solches «Hausverbot / Disconnect», besonders nach einer Trennung / Scheidung und ohne eigenes Geld, bei einem Menschen zu Selbstmord führen. Und wir fragen uns: wenn Roland Löffler vor seinem Selbstmord in einer Scientology WG gelebt hat, hätte man ihm nicht helfen können? Mit ihm sprechen können? Ihn zum Psychiater begleiten können? Oder anders gefragt, hätte sein Tod vermieden werden können?

Und wir fragen uns natürlich auch, ob Roland Löffler in der Schweiz ebenfalls von sogenannten Scientology «Watcher» unter Beobachtung / Kontrolle stand. Was geschah genau kurz vor seinem Suizid und wer von den Schweizer Scientologen stand mit ihm Kontakt? An diesem Thema sind wir mit unseren Deutschen Freunden weiterhin am Recherchieren.

In diesem Sinne bitten wir alle Scientologinnen und Scientologen um folgendes:

Schweiz
Die dargebotene Hand – Sorgentelefon, Nr. 143

Krisen und Suizidalität – https://www.lilli.ch/krisen_und_suizidalitat

Häusliche Gewalt – https://www.opferhilfe-schweiz.ch/de/wo-finde-ich-hilfe/

Beratung für Jugendliche unter der Tel. Nr. 147

Deutschland
Telefonseelsorge – Rund um die Uhr erreichbar! – https://www.telefonseelsorge.de/ueber-uns/

Krisentelefone und Anlaufstellen in Notlagen – https://familienportal.de/…/krisetelefone-anlaufstellen

Gewalt gegen Frauen – Unterstützung für Frauen in Not – https://www.hilfetelefon.de/das-hilfetelefon.html

Professionelle Suchtberatung – https://www.suchtberatung.digital/

Beratung für Jugendliche – https://www.youth-life-line.de/beratung/

Österreich
Eine Sammlung der wichtigsten Anlaufstellen – http://www.depression.at/weitere-anlaufstellen/

Denkt immer daran, es gibt viele Menschen und Institutionen, welche Scientologinnen und Scientologen gerne helfen und unter die Armen greifen. Wichtig: Ihr seid nicht allein und ihr müsst keine kriminellen Handlungen mit eurem Gewissen vereinbaren und schon gar nicht mit euch herumtragen! Es steht jedem Menschen zu, sich für Gerechtigkeit einzusetzen und kein Mensch auf dieser Welt kann euch zwingen, etwas Illegales zu tun.

Zudem gibt es in jedem Land Recht und Gesetze, die absolut nichts und nicht einmal im Ansatz mit den von L. Ron Hubbard erfundenen Möchtegern Gesetzen zu tun haben. Sämtliche Scientology Gesetze sind völlig irrelevant und nur dazu da, dass sich Mitglieder in Scientology bis heute den von Hubbard geschriebenen, eigenen Scientology Gesetzen unterordnen und sich so zusätzlich und langfristig manipulieren lassen.

Wagt den Schritt, steigt aus von Scientology und befreit euch von dieser tonnenschweren Last! Viele andere haben es bereits geschafft! Und denkt daran:

Update vom 13. Januar 2023
Es ist unglaublich aber war! Aaron Smith-Levin beweist in seinem neuen Youtube Video, dass die Clearwater Polizei im Suizid-Fall „Withney Mills († Mai 2022)“ inkompetent und unfähig ist korrekt zu ermitteln und gegen Scientology vorzugehen.

Ein Kommentar zu “Tragische Suizide in Scientology – es gibt Scientologen, die behaupten, dass man Scientology Mitgliedern, die als „Psychos“ galten, den Befehl erteilt habe, Suizid zu verüben.

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