Scientology und ihr Verständnis von Recht und Justiz

Update vom 12. Dezember 2022 (sh. weiter unten)

Der angebliche Vergewaltigungsfall «Danny Masterson», hat wegen der Urteilsunfähigkeit der 12 Geschworenen in den USA für sehr viel Aufsehen gesorgt. Und damit dies auch wir klarstellen: Danny Masterson wurde nicht freigesprochen, sondern die grandiose Richterin Olmeda hat der Prozess auf März 2023 vertagt. D.h. die Anwälte werden sich im Januar 2023 nochmals vor Gericht treffen, um die Wiederaufnahme des Vergewaltigungsfall zu besprechen.

Dies erwähnen wir, weil Scientology bereits seit Jahren unter ihrer bekannten und diffamierenden Homepage «Stand League» eine riesengrosse Hasskampagne gegen verschiedene Aussteiger und Kritiker betreibt. Das Vorgehen dieser Psychosekte ist überhaupt nichts Neues – das ist einfach Scientology wie es leibt und lebt! In Europa gibt es zwar keine vergleichbare Homepage gegen Kritiker, sie «handhaben» ihre Kritiker lieber direkt in der Medienlandschaft mit Anschuldigungen, zum Teil urwitzigen Statements, erfundenen Ausdrücken, mit selbst gedruckten Flyer, welche anschwärzende Informationen enthalten und mittels E-Mails, welche der Pressechef Schweiz voller Stolz direkt an verschiedene Redaktionen geschickt hat. Dies alles ist bereits in der Schweiz geschehen und es ist natürlich fulminant, dass weder die Medien noch Passanten auf solche hinterlistigen Methoden hereinfallen.

In vergangenen Blogbeiträgen haben wir bereits über die «Ethik Teil 1-4» geschrieben, aber wir haben das Gefühl, dass die Methoden und die Vorgehensweise dieser fundamentalistischen und undemokratischen Wirtschaftssekte immer noch nicht bei der Schweizer Regierung, Polizei, Staatsanwaltschaft, Städten und Gerichte angekommen ist.

Es gibt sogar Vermutungen, die auf Unterwanderung der Justiz deuten – auch darüber haben wir bereits geschrieben und es gibt sogar mindestens eine bekannte Schweizer Politikerin, die sogar in der Rechtskommission tätig ist, die ihre Nähe zu Scientology und einem Geflecht von Tarnorganisationen öffentlich gemacht hat und nicht mal politische Konsequenzen befürchten muss. Auch ihre Schwester ist darin verbandelt aber in der Schweiz scheint dies niemanden zu interessieren, auch wenn sogar eine Schweizer Bundesrichterin ein Video der Organischen Christus Generation (OCG) gelikt und geteilt hat. Einfach nur unglaublich!

Ein wirklich lesenswerter Artikel der WAZ vom 31. März 2009 stellt sogar die Frage Beeinflusst Scientology die Justiz? Der damalige NRW-Verfassungsschutz-Leiter Hartwig Möller über Scientology: «Ziel der Organisation sei vor allem, „bei Hilfsbedürftigen abzukassieren”, betonte Möller, also Geld zu machen. „Man muss Scientology bekämpfen”, ließ der Chef des NRW-Verfassungsschutzes keinen Zweifel an der Gefährlichkeit dieser Organisation.»

Leider gibt es in Europa respektiv in der Schweiz zu wenig mutige Scientology Aussteiger, die wertvolle Aufklärungsarbeit leisten (da sind die Aussteiger der Zeugen Jehovas viel weiter – BRAVO!). Deshalb verlinken wir hier der Blogbeitrag von Jeffrey Augustin vom 4 Dezember 2022 aus dem hervorgeht, «dass Scientology im Masterson Fall von einem «inszenierten Komplott» spricht. Die Verschwörungstheorie von Scientology geht sogar so weit, absurderweise zu behaupten, Leah Remini habe „das Drehbuch“ gegen Masterson geschrieben, das von der Staatsanwaltschaft von Los Angeles verwendet wird. Die Tatsachen sind jedoch klar und eindeutig: Danny Mastersons eigenes Verhalten führte zu dem Strafverfahren und den Zivilklagen gegen ihn. Die Scientology-Kirche ist in der Masterson-Affäre mitschuldig, und auch dies ist Teil dessen, worüber sie lügt».

Hier sind zwei Dinge schön erkennbar:

  1. Scientology glaubt nach wie vor keinem Gericht – Justiz ist für sie ein Fremdwort
  2. Auch hier wird sofort wieder das Spiel «die Umkehrung der Tatsachen» gespielt

Zum Thema Diffamierungen steht weiter:

«Der Social-Media-Angriff von Scientology gegen Leah Remini wird offensichtlich von David Miscavige orchestriert – wie zu erwarten wäre – und zeigt, dass Miscavige völlig unfähig und nicht willens ist, Leah Remini in einem offenen Forum öffentlich gegenüberzutreten. So muss der inkompetente Scientology-Diktator, ein angeblicher Alkoholiker, aus dem Schatten heraus angreifen.»

Nicht nur in der Schweiz ist es seitens Scientology gang und gäbe, Andersdenkende, Kritiker, Gegner und Aussteiger mit Diffamierungen und Anzeigen mundtot zu machen. Dabei versucht sich Scientology gerne über das geltende Schweizer Recht zu stellen, indem dass sie zum Beispiel nicht akzeptieren können, dass Vorschriften für Scientology Stände eingehalten werden müssen – so kam es bereits zu zwei Standabbrüchen in Rheinfelden (AG), als die Polizei festgestellt hat, dass sich die Scientologen nicht an die vorgeschriebenen Auflagen gehalten haben.

Nun werden wir euch mit Beweisen aus dem Ethik Buch (Seite 361-393) aufzeigen wie der pathologische Lügner und Sektengründer L. Ron Hubbard mit der Mithilfe vom selbsternannten neuen Sektenguru David Miscavige heute noch mit eigens geschriebenen Richtlinien (auf Englisch unter «Policy» bekannt) alle Scientologen manipuliert und sie sogar zu verschiedenen Straftaten ermutigt – weltweit und natürlich auch in der Schweiz.

Lets go – gut gibt es so viele Beweise!

Das letzte Kapitel des Scientology Ethik-Handbuchs trägt den Titel «Eine neue Hoffnung für das Recht». In diesem Abschnitt wird Hubbards Hass auf die Polizei, das FBI und das Nicht-Scientology-Gerichtssystem ziemlich deutlich. Hubbards Hass auf die Regierung und die Polizei ist fest in der DNA von Scientology verankert.

Wir zitieren:

«Von ihren kriminellen Gefährten selbst infiziert, setzen sich die Polizei und Gerichtssysteme daher hauptsächlich aus heruntergekommenen Leuten zusammen, die es im Leben auf keine andere Art schaffen könnten.

Die Gesellschaft wird traditionsgemäss durch ihre Polizei- und Rechtssystem zu einem «Cave-in» (ist ein Ausdruck aus dem amerikanischen Westen für geistigen oder körperlichen Zusammenbruch, wie z.B. sich am Boden eines Minenschachtes oder in einem Tunnel zu befinden, wenn die Stützen zusammenbrachen und die Personen unter haufenweisen Trümmern zurückliessen) gebracht, da diese einen Infizierungskanal zwischen den bösartigen und gesetzlosen und den anständigen Leuten schaffen. Letztlich verfallen solche Polizei- und Rechtssysteme- unterstützt von Ratschlägen krimineller Praktizierender wie Psychologen und Psychiater – dem Glauben, dass alle Menschen Kriminelle sind.

Den Bösartigen und Korrupten wird von der Polizei und den Gerichten mit offenen Armen eine Möglichkeit geboten, sich selbst, während sie ihre seltsamen Gelüste nach pervertierter Bösartigkeit gegenüber ihren Mitmenschen befriedigen, in einer sicheren Position zu etablieren.

Rechtssysteme werden dadurch zu einer Art Krebsgeschwür, das jede grossartige Ambition und Errungenschaft anständiger Bürger zerfrisst.

Man kann offensichtlich nicht auf das «Recht» vertrauen, wenn es sich in den Händen des Menschen befindet.

In der FBI-Gründungsurkunde wird davon gemauzt, die Bevölkerung zu beschützen, doch dahinter verbirgt sich eine Organisation, die diese völlig missachtet. Die Prinzipien dieser Organisation sind sorgfältig ganz auf Terrorismus basierend konzipiert, und sie führt sich selbst gesetzloser auf als jeder Kriminelle, den sie jemals als Staatsfeind Nr. 1 aufgeführt hat. Wer ist heute der Staatsfeind Nr. 1? Das FBI! Seine offensichtliche Zielscheibe ist jeder Meinungsführer und jede am Wohl der Öffentlichkeit interessierte Gruppe in Amerika!»

Apropos Rechte: das Niedersächsische Ministerium für Inneres und Sport – Verfassungsschutz schreibt nicht von ungefähr:

«Als Fernziel strebt Scientology eine von ihr beherrschte Gesellschaftsordnung an, in der wesentliche Grund- und Menschenrechte außer Kraft gesetzt oder eingeschränkt werden sollen.»

Auf der Seite 393 geht’s weiter mit:

«Für das FBI ist ihre eigene Gründungsurkunde nicht nur ein Anlass zur Belustigung, sonder sie betrachten die Verfassung selbst (die aufrechtzuerhalten sie vereidigt sind) einfach als «Schund» (etwas künstlerisch Wertloses, Minderwertiges (besonders jugendgefährdende Literatur), der ihre ungestüme Beigeisterung für Terror behindert. Im namen des Rechts (und sich selbst sogar das Rechtsministerium nennend) praktizieren sie jede erdenkliche Perversion von Ungerechtigkeit. Mit ihren Terrorwerkzeugen, Lügen den Tatsachen vorziehend, haben sie einen Polizeistaat geschaffen, in dem kein Mann, keine Frau und kein Kind und nicht einmal ein Politiker sicher ist, weder vor heruntergekommenen Leuten noch vor dem FBI. Für das FBI sind alle Menschen schuldig; und ihre Unschuld kann nicht bewiesen werden und hinter ihren verbundenen Augen weint selbst Justizia. Im Namen des RECHTS haben sie diese Gesellschaft zum Tode verurteilt

Bereits mit diesen wenigen Zeilen zeigt L. Ron Hubbard, dass er geistig wirklich nicht auf der Höhe war. Oder litt er sogar unter einer paranoiden Schizophrenie, die NIE medizinisch behandelt werden konnte?

Aber machen wir doch weiter mit den Beweisen, sonst behauptet der Turiner Religionssoziologe erneut, dass die Kritiker sämtliche Aussagen von LRH aus dem Zusammenhang herausreissen, n’est pas?

Ein anderes Kapitel aus dem Ethik-Buch zitiert L. Ron Hubbard, der das „Wog-Gesetz“ verspottet und darauf besteht, dass Scientologen in allen Situationen nur „Scientology-Gerechtigkeit“ anwenden müssen. Idiotie und Grössenwahn pur!

Wir zitieren (Seite 297):

«Reagieren sie nicht auf Scientology Recht, als ob es Wog-Gesetz wäre (ein umgangssprachlicher Begriff, der ursprünglich von der Royal Air Force benutzt wurde und sich auf die Ägypter bezieht. In der Scientology bedeutet Wog ein alltäglicher, gewöhnlicher, durchschnittlicher, typischer Humanoide, womit eine Person gemeint ist, die denkt, dass sie ein Körper ist und die keineswegs weiss, dass sie ein geistiges Wesen ist). In den «Gerichtshöfen» der Gesellschaft wird man fertiggemacht und die Wahrheit hat auf die Untersuchungsergebnisse wenig Einfluss. Ein gemeiner Richter oder ein cleverer Anwalt und kleine rechtliche Irrtümer sind bei vielen ihrer Fälle ausschlaggebend. Wog-Gerichte sind wie ein Würfelspiel. Da gibt es riesige Kosten, Publicity und Bestrafung in rauen Mengen, sogar für den Unschuldigen. Daher müssen wir unser Recht bewahren. Und es gebrauchen.»

Ist dies für alle Scientologen eine Aufforderung, keinem Gericht und keinen Anwälten von Nicht-Scientologen zu glauben, da alles nur Lügner sind?

Lügen Scientologen sogar vor Gericht und unter Eid?

Hierzu hat Mike Rinder am 29. Juni 2020 einen Aufklärungsbeitrag geschrieben. Dies ist ein sehr wichtiger Artikel, da er eine hervorragende Zusammenstellung der tatsächlichen Richtlinien von Scientology dargestellt hat.

Mike Rinder veröffentlicht in seinem Artikel Seiten aus dem Buch «Einführung in die Ethik der Scientology». Dies ist ein Handbuch für Scientologen und inkl. L. Ron Hubbards HCO POLICY LETTER VOM 23. DEZEMBER 1965 RB.

Wenn ihr im verlinkten Artikel von Jeffrey Augustin nach ganz unten runterscrollt, könnt ihr das eigentliche Dokument im PDF-Format lesen.

Unter dem Titel «UNTERDRÜCKUNGSAKTEN, UNTERDRÜCKUNG VON SCIENTOLOGY UND SCIENTOLOGEN» besagt ein Hubbard Verbot, dass «keine Behörde wegen eines anderen Scientologen angerufen werden darf».

In einem von uns geschriebenen Blogartikel mit dem Titel Scientology und «die Ursache von Unterdrückung» haben wir u.a. das folgende irrwitzige LRH Zitat erwähnt:

«Verbrechen und kriminelle Handlungen werden von antisozialen Persönlichkeiten verübt. Insassen von Anstalten führen allgemein ihren Zustand auf die Verbindung zu solchen Persönlichkeiten zurück.»

Anmerkung FASA: Hier kommt auch bereits CCHR in’s Spiel, in Deutschland bekannt als KVPM, Kommission für Verstösse der Psychiatrie. Und was in aller Welt war denn L. Ron Hubbard? Wie schrieb die FAZ am 2.9.2007 u.a.: Er war Schnelldenker, flamboyanter Spinner, hypnotischer Finsterling und Prophet der „Scientology-Kirche“.

Wieso soll / darf eigentlich kein Scientologe einen anderen verpfeifen? Es sind ja sowieso nur antisoziale Persönlichkeiten, welche Verbrechen und kriminelle Handlungen verüben. Obwohl absoluter Schwachsinn, glauben Scientologen noch heute an solchen Mist. Einfach nur unglaublich.

WIR DANKEN DEN AMERIKANISCHEN AUSSTEIGERN UND SCHREIBLINGE FÜR IHREN MUT, REGELMÄSSIG ÜBER SCIENTOLOGY, IHR SYSTEM UND ÜBER DIE UNÜBERSICHTLICHE WIRTSCHAFTSSEKTE ZU BERICHTEN. MIT EURER HILFE UND UNERMÜDLICHER AUFKLÄRUNGSARBEIT BRINGEN WIR GEMEINSAM, AUCH IM GANZEN DEUTSCHSPRACHIGEN RAUM, SCHWEIZ, DEUTSCHLAND UND ÖSTERREICH, LICHT IN’S DUNKLE. DANKE!

Update vom 12. Dezember 2022
Heute hat Jeffrey Augustine in seinem Blog ein Update publiziert mit folgendem Titel: «Vertuschungen: Warum die Scientology Kirche von ihren Mitgliedern begangene Verbrechen nicht der Polizei oder einer Regierungsbehörde meldet»

Und mit handfesten Beweisen schreibt Jeffrey Augustin weiter: «Gemäß der Richtlinie von L. Ron Hubbard – und diese Richtlinie dient als Schriftstelle von Scientology – werden alle Verbrechen, einschließlich Mord, Vergewaltigung, Kindesmissbrauch, Finanzverbrechen und jedes andere Verbrechen, das ein Scientologe gesteht, nicht der Polizei, dem Staat, die Steuerbehörden oder andere Strafverfolgungs- oder Regierungsbehörden gemeldet. Dies ist eine vernichtende Anklage gegen die Scientology Kirche und ihre Kultur der Vertuschung, Verschwörung zur Behinderung der Justiz und Fair Game.»

Hier die deutsche Version der LRH-Richtlinie:

2 Kommentare zu „Scientology und ihr Verständnis von Recht und Justiz

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