DE – Bayern / BaWü: von München nach Stuttgart, die Karriere eines neun SeoOrg-Mitarbeiters in Verbindung mit einem Video-Creator & Fotograf

Dieser Beitrag wird euch auf bemerkenswerte Weise einen ganz konkreten klassischen Punkt innerhalb einer Scientology-Karriere aufzeigen. Es geht um den Eintritt in die Sea-Org. Hervorzuheben ist vor allem die ungewöhnliche Offenheit im Umgang mit der eigenen Situation sowie die – aus unserer Sicht – stark von ideologischer Prägung beeinflusste und dadurch schwer nachvollziehbare Entscheidung einer Einzelperson.

Beginnen wir aber zuerst mit dem Fotografen & Video Creator aus der Region München. Let’s go!

Auf der Webseite steht u.a., dass er Aufnahmen erstellt, die Beeindrucken. Thierry betrieb vor Jahren auch eine zweite Webseite, die sich mit Verleih für Film & Foto Equipment beschäftigte.

In der Süddeutschen Zeitung vom 13.01.2019 mit dem Artikel «Band der Woche – XY Boys» wird Thierry* als Fotograf erwähnt. Und auf der Plattform «hff-münchen» ist er ebenfalls namentlich erwähnt.

Wer ist der Künstler hinter der Linse?

Thierry* ein Scientology Sektenkind und wurde per Zufall vom Bruder Elias* geoutet. Im Jahr 2024 steht er ganz stolz und mit einem Lächeln am Empfang von Scientology Stuttgart und hält sein Zertifikat «Hubbard Gradueter der Studiertechnologie» hoch. Dieses Beweisfoto wurde uns von einem Leser zugesteckt.

Er ist auf Instagram, Linkedin, Youtube und mit 2 Facebook Accounts zu finden und hat folgende Scientology Freunde – die Sektenkinder markieren wir euch fett:

Manuela*, Elias* der Bruder sh.w.u., Fabio*, Peter*, Egon*, Hanna* – Vizepräsidentin «sag Nein zu Drogen» Deutschland, Simone*, Susi*, Francesca*, Roland*, Peter*, Lisa*, Diana*, Marcel*, Hannes*, Gaila* u.v.m.

Auf seinem Instagram Account folgen ihm zahlreiche Scientologen, u.a.:
Sandra*, Peter*, Marissa*, Diana*, Olivia* u.v.m.

Er selbst folgt:  Scientology Stuttgart, Marissa*, Peter*, Beatrice*, Augustin* – Staff-Mitarbeiter Scientology Stuttgart, Roland*, Matilde* u.v.m.

Und jetzt kommen wir zum nächsten Sektenkind und gleichzeitig der Bruder von Thierry*, über welchen wir in unserem Beitrag vom 25.05.2025 berichtet haben. Und jetzt werdet ihr erfahren, warum er im Moment nicht mehr in der Wirtschaft tätig ist.

Elias* ist ein Sektenkind und bis vor einem Jahr bei einem WISE-Immobilien-Unternehmen als Projektplaner und Qualifikation tätig.

Neu haben wir jetzt von Elias* einen Instagram Account gefunden, ihm folgen Scientology Stuttgart, Thierry* sh.w.o. und ein paar andere Scientologen.

Jetzt zeigen wir euch anhand Elias* Beispiel, der klassische Einstieg in die Sea-Org!

Nach uns vorliegenden Informationen eines ehemaligen Scientology-Mitglieds aus Stuttgart –(wir verfügen über direkte Kontakte, die üblicherweise nicht öffentlich zugängliche Einblicke ermöglichen inkl. Beweisfotos) hat Elias* inzwischen den Schritt in die sogenannte «SeaOrg – militantische Scientology Organisation» vollzogen.

Besonders bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang der von ihm selbst verfasste Text zu dieser Entscheidung. Aus der Perspektive eines Aussenstehenden würde dieser sehr wahrscheinlich erhebliche Skepsis hervorrufen. Fragen wie «Was machst du da?», «Bist du in eine Sekte geraten?» oder «Stehst du unter starkem ideologischem Einfluss?» erscheinen naheliegend.

Unsere Einschätzung nach treffen diese Fragen zumindest in Teilen den Kern der Situation.

Dieses Beispiel von der neuen Karriere von Elias* veranschaulicht eindrücklich die ungefilterte interne Denk- und Wahrnehmungsstruktur eines Scientology-Mitglieds, das sich bereits sehr tief innerhalb des Systems befindet. In einem solchen Stadium ist es erfahrungsgemäss äusserst schwierig – wenn nicht unmöglich –, von aussen Einfluss zu nehmen. Selbst fachlich hochqualifizierte Personen wie Psychiater stossen hier in der Regel an ihre Grenzen, da die ideologische Prägung tiefgreifend ist und alternative Perspektiven kaum von der betreffenden Person zugelassen werden.

Dieses Beispiel liefert daher einen seltenen und zugleich sehr klaren Einblick in die Mechanismen und Entscheidungsprozesse innerhalb dieser Scientology Struktur.

Und hier der erhaltene Text des o.e. Ex-Scientologen aus Stuttgart:
«Hello my dear friends and future friends!

as I made myself the best Christmas present I could think of – deciding to join the Sea Org – I am currently working on a few things to accomplish. And I could possibly need a bit help from some of you.

Right before my decision, I received a lot of great auditing (8 intensives), which I had to lend the money for, from a good friend.

In order to arrive in the SO I will have to pay that money back + I need to handle money for some additional steps I will have to do.

In this moment I am fully free to go wherever I want, to work and earn that money. And I am fully willing to do so.

My favorite idea would be to move to Copenhagen, where I have been in session in the last time, to work from there + go on course and in session at the same time, until everything is set up to arrive in the SO. But I would also go wherever it is needed, if the right opportunity to earn the needed money would be there.

So who can offer a job, that would help me achieve this as soon as possible? Or who knows of someone who may offer a fitting job? I am very smart, good in organizing, great in communication, love to help people, full of purpose. + I have a good understanding of LRH.

Contact me for my CV or any other details about me or my current situation.

Don’t hold back any Communication that you might have for me! Thank you all for your help!»

Hier die Übersetzung:
«Hallo meine lieben Freunde und zukünftigen Freunde!

Ich habe mir das schönste Weihnachtsgeschenk gemacht, das ich mir vorstellen konnte – ich habe mich entschieden, der Sea Org beizutreten – und arbeite gerade an ein paar Dingen, die ich erledigen muss.

Und vielleicht könnte ich dabei etwas Hilfe von euch gebrauchen. Kurz vor meiner Entscheidung habe ich von einem guten Freund acht intensive Auditings erhalten, für die ich mir das Geld leihen musste.

Um in die Sea Org zu kommen, muss ich dieses Geld zurückzahlen und außerdem noch einige weitere Schritte finanzieren.

Im Moment bin ich völlig frei, hinzugehen, zu arbeiten und das Geld zu verdienen, wo ich will. Und ich bin absolut bereit dazu. Meine Lieblingsidee wäre, nach Kopenhagen zu ziehen, wo ich zuletzt an einer Session teilgenommen habe, von dort aus zu arbeiten und gleichzeitig Kurse und Sessions zu besuchen, bis alles für meinen Beitritt zur Sea Org vorbereitet ist. Ich würde aber auch überall hingehen, wo es nötig ist, wenn sich die richtige Gelegenheit bietet, das benötigte Geld zu verdienen.

Wer kann mir also einen Job anbieten, der mir dabei hilft, dies so schnell wie möglich zu erreichen? Oder kennt jemand jemanden, der eine passende Stelle anbieten könnte?

Ich bin sehr intelligent, gut organisiert, kommunikativ, helfe gerne anderen und bin sehr zielstrebig. Außerdem habe ich gute Kenntnisse in LRH.

Kontaktieren Sie mich gerne für meinen Lebenslauf oder weitere Informationen über mich und meine aktuelle Situation. Zögern Sie nicht, mir Ihre Meinung mitzuteilen!

Vielen Dank für Ihre Hilfe! Herzliche Grüße»

Man kann aus dem vorliegenden Text bereits sehr deutlich erkennen, dass die betreffende Person innerhalb der Scientology und deren Machtstrukturen nicht nur ideologisch stark eingebunden ist, sondern offenbar auch erhebliche materielle und emotionale Ressourcen in diese Struktur investiert hat.

Er gibt sogar selbst zu, dass er Schulden hat. Im Übrigen haben nahezu fast alle Scientologen Geldsorgen, weil die Kurse unfassbar teuer sind. Die Bereitschaft, nahezu alles der Scientology-Sekte unterzuordnen, ist ebenfalls ein typisches Merkmal eines fortgeschrittenen Bindungsgrades.

In einer solchen Situation greifen klassische Argumentationsmuster von aussen, der besorgten Familie, den Freunden, dem Partner oder der Partnerin in der Regel weder auf rationaler noch auf praktischer Ebene.

Somit ist eine Begleitung von Menschen aus der Scientology-Sekte kein Zuckerschlecken und wirklich sehr sehr schwierig. Dabei geht es weniger um eine direkte Konfrontation mit angehendem Aussteiger, sondern vielmehr um strategisches und zugleich behutsames Vorgehen im Umfeld der betroffenen Person.

Zu dieser komplizierten und nervenaufreibenden Arbeit ist eines ist vorab wichtig: Diese Regeln kann jeder befolgen, weil sie sehr einfach sind.

Regel 1:
Eine zentrale Beobachtung ist, dass die Organisation stark auf die materiellen Ressourcen ihrer Mitglieder angewiesen ist. Wenn diese Ressourcen, also der Geldfluss konsequent zu Scientology eingeschränkt wird, verändert sich häufig auch die Dynamik innerhalb der Organisation gegenüber der betroffenen Person. Wichtig ist dabei, dass diese Massnahme von Familienmitgliedern, Freunden, Partnern nicht als Bestrafung kommuniziert wird, sondern als notwendige Grenze. Parallel dazu sollte der persönliche Kontakt möglichst stabil und unterstützend bleiben. Ziel ist es, Abhängigkeiten zu reduzieren, ohne die Beziehung vollständig zu gefährden. Es hat sinnbildlich auch was von Exorzismus, der Austreibung eines Teufels, da das Scientology-Mitglied versuchen wird, ALLES zu tun, um an Geld zu gelangen.

Regel 2:
Direkte Kritik oder offener Druck von Freunden, Familie und Ehepartnern (die zum Sektenausstieg bewegen sollen) führen erfahrungsgemäss oft zu einer weiteren Abschottung. In vielen solcher Strukturen existieren Mechanismen, die genau auf solche Situationen reagieren und eine stärkere Distanzierung von kritischen Personen fördern. Bei Scientology ist es der Trennungsbefehl oder besser gesagt das Abwenden von Personen, die Kritik am Scientologen üben. Es gibt dazu sogar eigene Schulungen und Auditings bei Scientology, die – völlig richtig – ebenfalls teuer bezahlt werden müssen. Deshalb ist es entscheidend, Kritik nicht frontal zu äussern. Stattdessen können vorsichtige, offene wertschätzende Fragen und ein nicht-wertender Austausch langfristig eher dazu beitragen, dass die betroffene Person eigene Zweifel entwickelt. Wichtig: Sagen sie niemals ihrem befreundeten Scientology-Mitglied, wie schlimm die Sekte ist. Behalten sie dies für sich! Sie kommen mit rationalem und logischem Verhalten keinesfalls ans gewünschte Ziel.

Regel 3:
In jedem Fall ist es ratsam, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Spezialisierte Beratungsstellen für Sekten- oder Ausstiegsbegleitung verfügen über Erfahrung im Umgang mit genau solchen Dynamiken und können individuell abgestimmte Strategien entwickeln. Dies entlastet auch das persönliche Umfeld, das oft emotional stark involviert ist.

Abschliessend sei noch erwähnt, dass symbolische Handlungen – wie etwa die Unterzeichnung langfristiger Verpflichtungen – innerhalb der Scientology-Organisation eine grosse Bedeutung haben. Der SeaOrg-Vertrag ist hier nur die Spitze des Eisberges. Sie verstärken die emotionale Bindung und erschweren es den Betroffenen zusätzlich, Abstand zur Sekte zu gewinnen. Betroffene können auf Grund der Gehirnwäsche nicht mehr rational denken. Gerade deshalb ist ein überlegtes, ruhiges und langfristig angelegtes Vorgehen von besonderer Wichtigkeit.

Unser Abschluss lautet: Schade um diesen jungen Mann und Sektenkind von Scientology.

Kommentar verfassen

Entdecke mehr von Anti Scientology Blog

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen