DE – Hamburg: Hamburger Politik vs Scientology – Teil 5

Vielleicht könnt ihr euch noch daran erinnern, dass wir im November 2024 einen 4-teiligen Bericht publiziert haben zum Thema «Warum geniesst Scientology in Hamburg, Stuttgart und Berlin die Narrenfreiheit?». Diese vier Beiträge wurden mit der Hilfe einer sehr mutigen Frau aus Hamburg geschrieben, welche uns seit Monaten schätzt und folgt.

Hier nochmals unsere vier Aufklärungsbeiträge:

  • Teil 1 – DE: Warum geniesst Scientology in Hamburg, Stuttgart und Berlin die Narrenfreiheit? Teil 1
  • Teil 2, Teil 3 und Teil 4 mit den vorhandenen Gerichtsurteilen.

Schon im Juli 2020 bei unserem Einsatz mit StreetOps in Hamburg, haben wir uns oft gefragt, was der Grund ist, warum sich Scientology alles erlauben kann / darf. Wir nahmen damals an, dass irgendetwas wohl nicht mit rechten Dingen zugeht, hatten dafür aber keine Antwort und keine Beweise. Daher blieb uns nichts anderes übrig, Aufklärungsbeiträge über die Unterwanderung von Scientology in der Region Hamburg zu publizieren.

Und just heute, den 1. März 2025, erscheint unter Paywall endlich ein Artikel im Abendblatt Hamburg mit folgendem Titel «Scientology-Aktivitäten in Bergedorf von Behörde verharmlost?» und deshalb werden wir euch nur einige der wichtigsten Passagen dieses Artikels zitieren:

«„Fakten über Drogen“ steht auf den Info-Heften, die in vielen Bergedorfer Geschäften und gastronomischen Betrieben immer mal wieder ausliegen. Ausführlich wird in den Broschüren erklärt, wie Drogen wirken – um sich selbst und Freunde zu schützen, heißt es. Doch hinter dieser Anti-DrogenKampagne steht nicht nur der Münchner Verein „Sag Nein zu Drogen – sag Ja zum Leben“. Sondern laut Verfassungsschutz auch Scientology.»

Weiter steht:

«Im Herbst des vergangenen Jahres waren die Hefte des Vereins, der als Tarnorganisation von Scientology gilt, ins Visier der Bergedorfer Bezirkspolitik geraten. Am 17. Oktober hatten Grüne und Linke ein Auskunftsersuchen ans Bezirksamt gestellt, auch die AfD hatte sich des Themas angenommen. Der Fragenkatalog von Grünen und Linken war umfangreich. Jetzt, fast vier Monate später, wurden die Antworten der Sozialbehörde und der Behörde für Inneres und Sport veröffentlicht.»

Und weiter:

«Hat die Behörde Aktivitäten von Scientology verharmlost?
Die Antworten der beiden zuständigen Hamburger Behörden sind äußerst knapp gehalten. Vor allem Britta P. ist von den Antworten bestürzt. Die Antworten der Hamburger Innenbehörde findet die Sozialpädagogin, die früher selbst in der Scientology-Beratungsstelle der Hansestadt tätig war, „befremdlich“ und „arg dünn“

«Politikerinnen fordern mehr Beratung und Aufklärung
Christin Feiler-Siegert, Fraktionsvorsitzende der Linken in Bergedorf, ist ebenfalls von den Antworten auf das Auskunftsersuchen enttäuscht. „Dafür, dass es so lange gedauert hat, bis die Antworten da waren, sind sie sehr kurz und knapp und stellen uns nicht zufrieden“, konstatiert sie. Dass Scientology hinter den Info-Broschüren steckt, sei auch ihr bis dahin nicht bewusst gewesen. „Ich bin erschrocken, über welche Wege hier versucht wird, Einfluss zu nehmen“, sagt sie.

„Es hat sehr lange gedauert, bis wir überhaupt eine Antwort erhalten haben, nur um dann festzustellen, dass entweder unsere Frage, wohin sich Betroffene und Aussteiger:innen mit der Bitte um Hilfe wenden können, nicht verstanden wurde oder dass es tatsächlich keine Beratung und Unterstützung seitens der Stadt Hamburg gibt“, teilt auch Lenka Brodbeck, Fraktionsvorsitzende der Bergedorfer Grünen schriftlich mit. Statt einer konkreten Antwort hätten sie lediglich die Information erhalten, dass „Hinweise auf Aktivitäten von Scientology weiterhin entgegengenommen werden – was erstmal mehr nach Beobachtung/Ermittlung als nach Opferberatung klingt“.»

«Grüne überweisen Angelegenheit in den Ausschuss
Wie Britta P. informiert, habe sie von 2016 bis 2018 die Aufgaben der Scientology-Beratung im Landesamt für Verfassungsschutz allein getätigt. Danach habe es keine Beratung mehr gegeben. Ein Punkt, der auch Christin Feiler-Siegert und Lenka Brodbeck beschäftigt. „Es muss mehr informiert und aufgeklärt werden über eine Organisation, die noch immer vom Verfassungsschutz beobachtet wird“, fordert Feiler-Siegert. Lenka Brodbeck: „Falls es tatsächlich keine Unterstützung für Betroffene geben sollte, wäre das zumindest fragwürdig, wenn nicht sogar alarmierend.“»

Hier die Fragen der Politiker an den Hamburger Verfassungsschutz:

Mit diesem Artikel im «Abendblatt» und mehr Informationen, die wir euch anschliessend publizieren werden, seht ihr, dass wir mit unserem Gefühl bei der Aufklärungsarbeit seit 2020 nicht falsch lagen. Auch durch die vielen Anfragen von Betroffenen, welche wir in den letzten Jahren erhalten haben und sie alle nach NRW und Bayern überweisen mussten, waren korrekt. Für die ganze Scientology Hochburg in Hamburg und Region gibt es keine Anlaufstelle für alle Betroffenen und Aussteiger. Ein trauriger Zustand, wenn man bedenkt, dass die Psychosekte Scientology seit 1997 in Deutschland vom Verfassungsschutz unter Beobachtung steht.

Jetzt zeigen wir euch mit der Einwilligung der mutigen Frau noch mehr Beweise und Fakts, welche für diesen Fall sehr relevant sind und sie diese am 25.02.2025 und 28.02.2025 auf Facebook publiziert hat. Wir zitieren:

«Scientology: Aktivitäten und die Situation in Hamburg
Hier meine angekündigten Anmerkungen zu den verspäteten Antworten der Hamburger Sozialbehörde sowie der Behörde für Inneres und Sport zu meiner Anfrage zu Scientology vom September 2024 an die Fraktionen der Bezirksversammlung in Hamburg-Bergedorf.

Diese hatte ich auch bereits letzte Woche an die Fraktionen der Bergedorfer Bezirksversammlung, das Bergedorfer Bezirksamt, die Fraktionen in der Hamburgischen Bürgerschaft sowie an Dr. Peter Tschentscher, den 1. Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg geschickt.

Da die PDF-Dateien beim Einpflegen auf Facebook stets unscharf werden, muss ich leider auf Handarbeit zurückgreifen.

Die in den Anmerkungen genannten Links stelle ich daher nochmal extra ein, damit sie bei Interesse direkt aufrufbar sind.

  • Anfrage der Bergedorfer AfD-Fraktion an das Bezirksamt vom 14.10.2024
  • Anfrage der Bergedorfer Fraktionen von Bündnis90/Die Grünen und Die Linke an die Sozialbehörde sowie die Behörde für Inneres und Sport vom 17.10.2024
  • Artikel im Hamburger Abendblatt vom 12.11.2024
  • Mitteilung des LfV Bayern – „Vermeintliche Drogenprävention als Trojanisches Pferd – Bundesweite Kampagne der Scientology-Organisation im Rahmen der Fußball-EM 2024“
  • Artikel aus der Süddeutschen zur bundesweiten Scientology-Kampagne zur EM 2024:

Von einer Veröffentlichung des genannten Internetauftritts der Scientology-Beratungsstelle des LfV Hamburg, der noch bis Februar 2019 online war sowie den Beiträgen des Hamburger Scientology-Pressedienstes vom Sommer 2024, sehe ich an dieser Stelle ab.»

Hier ihr zweiter Beitrag:

«Scientology-Aktivitäten in Hamburg-Bergedorf / Ergebnis des Auskunftsersuchens von Bündnis 90/Die Grünen und der Partei Die Linke

Gestern fand in der Sitzung der Bergedorfer Bezirksversammlung eine kurze Befassung mit der nebulösen Antwort der Hamburger Behörde für Inneres und Sport zum Auskunftsersuchen vom 17.10.2024 der lokalen Grünen und der Linken zu Scientology-Aktivitäten hier im Bezirk statt.

Ergebnis: Der Vorgang wurde an den Sonderausschuss übergeben, der zur Klärung des Sachverhalts einen Referenten der BIS einladen wird. Darauf bin ich schon sehr gespannt, denn dazu gäbe es in der Tat ja sehr viel zu erzählen.

Auf dem Foto sieht man eine Broschüre des LfV Hamburg aus 1998 zum Thema „Office of Special Affairs“ (OSA).

Ein Jahr vorher wurde Scientology nach einem Beschluss der Innenministerkonferenz von Bund und Ländern bundesweit zum Beobachtungsobjekt des VS.

Die immerhin 77 Seiten starke Broschüre analysiert in meinen Augen und nach meinen eigenen langjährigen Erfahrungswerten, das Streben und Wirken von OSA sehr gründlich. Und ich sehe nicht, was sich daran geändert haben sollte was „ewig gestrige“ Kritiker von Scientology halt nur nicht verstehen oder aus vermeintlich purer Garstigkeit nicht verstehen wollen.

Die Vorwurfslage gegen sogenannte SP’s (Supressive Persons) ist ja meist schillernd und bunt und praktisch immer gleich.

Vielleicht mag das ja nochmal jemand genauer erklären, wann, wie und womit eine neue Gegenwart ein angebliches Gestern abgelöst haben soll.

Daran wäre ich allein aus wissenschaftlicher Warte heraus ganz ernsthaft interessiert.

*******

Der Einfachheit halber mal ein Eintrag von Wikipedia zu OSA

oder:

Die Spitzel von Scientology – Der Sektengeheimdienst OSA
Zitat: „Scientology ist eine der umstrittensten Glaubensgemeinschaften weltweit. In verschiedenen Ländern Europas wird die Organisation als extremistische Sekte eingestuft und deshalb von Inlandsgeheimdiensten überwacht. Der deutsche Verfassungsschutz beobachtet die Organisation zum Beispiel seit Mitte der 1990er-Jahre wegen des „begründeten Verdachts verfassungsfeindlicher Bestrebungen“, denn ihr Ziel sei die Errichtung einer totalitären Gesellschaftsordnung. Kaum bekannt ist, dass Scientology selbst einen Geheimdienst unterhält, der sich mit Abweichlern und Kritikern befasst. Scientology-Agenten wurden schon Spionage, Einbruch, Nötigung und andere kriminelle Delikte nachgewiesen. Ihr „Office of Special Affairs“, kurz OSA genannt, ist der älteste und größte private Geheimdienst der Welt. Die Sekte selbst bezeichnet OSA als ihr Presse- und Rechtsamt, das Informationen über Aussteiger und Kritiker lediglich auf legalem Wege beschaffe.“ Wer tiefer gehen mag, findet online zahllose Beiträge zum Thema.»

Diese mutige Frau aus der Region Hamburg hat sich die Mühe genommen, den zwei o.e. Parteien unter die Arme zu greifen und mit ihrem Wissen hat sie die Antworten vom LfV Hamburg (Landesamt für Verfassungsschutz der Freien und Hansestadt Hamburg) in roter Farbe konkretisiert. Wenn es für unsere Leser unlesbar ist, bitten wir euch auf die zwei o.e. Facebook Beiträge zu gehen.

Zusätzlich:

Als friedliche Aktivisten und Aufklärer im ganzen deutschsprachigen Raum hoffen wir einfach, dass Aussteiger und Betroffene bald (wieder) Hilfe erhalten. Die aktuelle Situation ist nur eines: untragbar!

Selbstverständlich halten wir euch auf dem Laufenden, sollte Bewegung in diese Sache hereinkommen.

Auf diesem Weg sagen wir Britta P. aus Hamburg «DANKESCHÖN», dass Du mit der Mithilfe der Politik «Licht ins Dunkel» hineingebracht hast!

Ein Kommentar zu “DE – Hamburg: Hamburger Politik vs Scientology – Teil 5

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