Scientology Werkzeuge für den Arbeitsplatz und geistreiche Anleitungen von L. Ron Hubbard, der im Spiegel Artikel als «Psycho-Pate» bezeichnet wird.

Es gibt tatsächlich ein Büchlein «Aus dem Scientology Handbuch – Werkzeuge für den Arbeitsplatz». Gleich auf der ersten Seite sticht einem der Titel «Scientology – Die Welt zu einem besseren Ort machen» in’s Auge. Was für eine Aussage dieser Psychosekte, die tatsächlich glaubt, die Welt zu reinigen und zu retten.

L. Ron Hubbard spricht in der Einleitung von einem «grossen Wissensschatz» und «um ihr Leben zu verbessern». Dass der geldgeile Ron natürlich nur an sich denkt, steht lediglich einige Zeilen weiter unten:

«Es gibt Kurse, auf denen Sie ein grösseres Verstehen erlangen könnten, sowie weitere Materialien zur Vertiefung Ihres Wissens. Diese Kurse und Materialien sind in Ihrer nächstgelegenen Scientology-Kirche oder -Mission erhältlich, die hinten in diesem Büchlein aufgeführt sind».

Na klar! Da haben wir bereits der Duft des Geldes. Apropos, die FASA verkauft auch etwas, um mehr Sicherheit in Meetings zu gewährleisten – den entsprechenden Bestellcode findet ihr am Ende dieses Blogartikels.

Im Abschnitt «Verwirrung und das stabile Datum» schreibt der so tolle Oberguru Ron u.a.: «Verwirrung ist die Grundsache der Dummheit. Für die dummen Leute ist alles verworren, ganz einfache Dinge ausgenommen. Wüsste man also, was der Aufbau für Verwirrung ist, würde man, gleichgültig wie intelligent man ist, intelligenter sein.»

Will er damit sagen, dass nur Nicht-Scientologen dumme Leute sind? So oder so stellt sich Scientology wieder einmal über andere – mit ihren Kursen und Büchern kann man ja nur intelligenter, besser und erfolgreicher sein!

Die nächste Aussage ist der absolute Hammer: «Wenn Ausbildung versagt, dann geschieht das zu 99 % deswegen, weil der Student verwirrt war». Ach so, logo! Was für ein idiotisches Gefasel und bestimmt kann die Sekte den Studenten «entwirren».

Dann gibt es ein Kapitel «Hingreifen und Zurückziehen». Diese Methode wird angewandt, um «jemanden mit Dingen vertraut zu machen und in Kommunikation mit ihnen zu bringen, sodass er bessere Kontrolle über sie ausüben kann». Das Verfahren, kann laut Ron L. Hubbard, «an der Arbeitsumgebung einer Person, an einem Gerät, an einer Maschine, an allem durchführen. Dies wird so lange gemacht, bis die Person mit ihrer allgemeinen Umgebung oder dem speziellen Bereich in guter Kommunikation ist».

Es ist echt bescheuert, dass L. Ron Hubbard, der laut Bericht des Spiegels aus dem Jahre 1986 als «Psycho-Pate» bezeichnet wird, immer für alle Situationen und Probleme Lösungen haben will. Im besagten Spiegel Artikel wird mehr auf den Guru eingegangen:

«Für die einen schien er der liebe Gott, für andere eine Art Gottseibeiuns. Er hinterlässt ein millionenschweres Imperium mit einem Heer fanatischer, höriger Anhänger – und einen Katalog voller Fragen. Wer war L. Ron Hubbard?

In den Augen des amerikanischen Richters Paul G. Breckenridge war er ein »pathologischer Lügner, wenn es um seine Vergangenheit, seinen Hintergrund und seine Leistungen ging«. Dokumente spiegelten seinen »Egoismus, seine Habgier, seinen Geiz und seine Gier nach Macht, seine Rachsucht und Aggressivität gegen Menschen, die er für unloyal oder feindlich hält«. Und weiter:

«Geld floss mächtig in die «Kirchen»-Kassen. «Make money, make more money», hiess eine Hubbard-Devise; aggressive Anwerber, gesalzene Preise (bis zu 300 Dollar pro Seelsorge-Stunde), enormer Leistungsdruck und bombastische Heils- und Heilungsversprechen machten das Unternehmen – als «Kirche» steuerprivilegiert – zu einem Marktführer der Branche.

Psycho-Sekten sind die Spitze eines Magnetberges, der Irrationalismus heisst, und der zieht in dieser Zeit gewaltig Jünger an. Hubbards Lehrgebäude, ein bizarres Welterklärungsmodell mit Reinkarnation und okkultem Überbau, appellierte auch an Leute, die über Däniken kichern würden: Science-Fiction plus Psycho-Exerzitien plus Magie ist eine Mausefalle.

Die «Kirche» habe im «wesentlichen in kommerzieller Absicht» operiert, sie würde «zum privaten Nutzen von L. Ron Hubbard und seiner Familie betrieben», sie unterhalte »große Geldreserven in einer Scheinfirma und einem Schwindeltrust, die von Schlüsselfiguren der Kirche, darunter dem Gründer, kontrolliert wurden».

«Unmoralisch und gesellschaftsschädlich» hiess im selben Jahr ein britischer Kollege des US-Richters Breckenridge die «Kirche», dazu «korrupt, sinister und gefährlich». Richter John Latey am Londoner High Court: «Scientology» basiere auf »Lug und Trug«, ergehe sich in «niederträchtigen Praktiken» gegen Anhänger wie Kritiker und mache Gefolgsleute durch «Gehirnwäsche» zu «blinden Opfern und Werkzeugen».

Aber genau dieser L. Ron Hubbard will eben mit der Methode «Hingreifen und Zurückziehen» aufzeigen, «wie man bessere Kontrolle über Dinge ausüben kann». Viel Spass beim Lesen dieser 9 Punkte – im Film „Bis nichts mehr bleibt“ gibt es ähnliche Methoden und der Film ist wirklich sehenswert – er basiert auf einer wahren Geschichte ehemaliger Mitglieder von Scientology. Hier nun diese «tolle» Methode:

1.

Bringen Sie die Person in den Bereich, wo Sie Hingreifen und Zurückziehen durchführen werden. Erklären Sie ihr, dass Sie Hingreifen und Zurückziehen machen werden, und erklären Sie das Verfahren.

2.

Sagen Sie ihr die Anweisungen, die verwendet werden, und stellen Sie sicher, dass sie es versteht. Die Anweisungen sind:

A:

«Greifen Sie nach diesem (dieser) ____________.» (Nennen Sie dabei einen Gegenstand, eine Person oder einen Bereich, und zeigen Sie darauf.)

B:

«Ziehen Sie sich von diesem (dieser) ____________ zurück.» (Nennen Sie denselben Gegenstand, dieselbe Person oder denselben Bereich und zeigen Sie darauf.)

Ein Ding oder ein Teil von etwas (z.B. «der grosse rote Knopf an der Aussenseite der Maschine») oder ein Raum oder eine Person wird in die freie Stelle der Anwendung eingesetzt.

3.

Geben Sie ihr die erste Anweisung. Zum Beispiel: «Greifen Sie nach diesem grossen roten Knopf an der Aussenseite der Maschine.»

Jedes Mal wenn Sie eine Anweisung geben, zeigen Sie auf den Gegenstand (oder die Person, den Raum usw.), sodass die Person bei der Durchführung keinen Fehler machen kann.

4.

Sobald die Person die Anweisung ausgeführt hat, bestätigen Sie sie, indem Sie «Danke» oder «Gut» usw. sagen (Anmerkung FASA: Dies ist sehr schön im o.e. Film zu sehen).

5.

Geben Sie nun die zweite Anweisung: «Ziehen Sie sich von diesem grossen roten Knopf an der Aussenseite der Maschine zurück.» Bestätigen Sie sie, wenn sie das gemacht hat.

6.

Geben Sie ihr immer wieder die Anweisungen, abwechselnd A, B, A, B und so weiter, wobei nach der Ausführung einer jeden Anweisung eine Bestätigung gegeben wird und man die Person verschiedene Teile des Gegenstands oder Bereiches anfassen lässt.

7.

Machen Sie Hingreifen und Zurückziehen an diesem einen Ding, dem Raum oder der Person, bis die Person entweder einen kleineren Gewinn hat oder bis drei aufeinander folgende Anweisungspaare ohne Veränderung in den Bewegungen oder der Einstellung der Person ausgeführt wurden. Mit «kleinerem Gewinn» ist eine kleine Verbesserung für die Person gemeint, wie zum Beispiel ein besseres Gefühl in Bezug auf den Gegenstand oder den Bereich zu haben oder sich einfach besser zu fühlen.

8.

Als Nächstes wird ein anderer Gegenstand, Raum oder eine andere Person gewählt, und die Anweisungen werden bis zu einem Gewinn an dieser Sache gemacht.

Man lässt die Person nicht stundenlang am selben Teil der ausgewählten Sache Hingreifen und Zurückziehen machen, sondern man geht zu verschiedenen Punkten und Teilen eines Gegenstandes, der berührt wird.

Man geht mit der Person, die die Aktion macht, umher und stellt dabei sicher, dass sie auch wirklich mit den Punkten oder Bereichen der Gegenstände, Räume oder Leute einen körperlichen Kontakt herstellt.

Wählen Sie Gegenstände so aus, dass Sie von den kleineren verfügbaren Gegenständen zu den grösseren gehen, wobei Sie sie nacheinander verschiedene Teile eines jeden Gegenstandes berühren lassen; dies wird bis zu einem kleineren Gewinn irgendeiner Art an diesem Gegenstand gemacht, oder bis zu drei aufeinander folgenden Anweisungen oder Veränderung. Wenn Sie dieses Verfahren anwenden, beziehen Sie auch Wände und Fussböden und andere Teile der Umgebung mit ein.

Wenn die Aktion an einem Raum oder an einem Zimmer durchgeführt wird, anstatt an einem Gegenstand, lassen Sie die Person immer wieder in das Zimmer hinein- und hinausgehen.

9.

Fahren Sie damit fort, bis die Person einen grösseren Gewinn oder eine gute Erkenntnis hat und sehr glücklich über den gesamten angesprochenen Bereich ist. Ein grösserer Gewinn wäre eine grosse Verbesserung für die Person, wie ein neues Bewusstsein für ihren Arbeitsbereich oder eine Sicherheit in Bezug auf ihre Arbeit. Hingreifen und Zurückziehen würde nach so einem Punkt nicht fortgesetzt werden.

Hingreifen und Zurückziehen an Gegenständen, Leuten, Situationen, Räumen und Grenzen des Arbeitsplatzes einer Person wird ihre Kontrolle, Vertrautheit sowie ihr Verstehen desselben enorm verbessern.»

Aha und Amen. Das ist ein tolles Beispiel der klassischen Manipulation. Während Scientologen dies bestimmt toll finden, schlagen wir eine von uns soeben erfundene, auch ganz wunderschöne Methode vor, die wirklich garantiert, dass sich Deine Beziehung zu Deinen vier Wänden schlagartig verbessert:

1.

Gehe zur Wand auf Deiner linken Seite in Deinem Zimmer und küsse sie. Umarme sie in Gedanken.

2.

Gehe zur Wand auf Deiner rechten Seite in Deinem Zimmer und küsse sie. Umarme sie in Gedanken.

3.

Gehe zur oberen Wand in Deinem Zimmer und küsse sie. Umarme sie in Gedanken.

4.

Gehe zur unteren Wand in Deinem Zimmer und küsse sie. Umarme sie in Gedanken.

5.

Stehe nun in die Mitte des Zimmers und sag drei Mal: «Mein Zimmer liebt mich abgöttisch».

6.

Nun sollte ein wohliges und kuscheliges Gefühl durch Deinen Körper fliessen, von Kopf bis Fuss. Wenn dies nicht der Falls ist, hast Du etwas falsch gemacht.

7.

In diesem Fall musst Du von vorne beginnen, und zwar so lange, bis Du einen grösseren Gewinn spürst. Also los, hopp hopp! Beginne mit Punkt 1, 2, 3, 4 und dann 5 – capito?

8.

Wenn Du immer noch nichts spürst, dann bist Du Spacko blöd. Das ist einfach so und wissenschaftlich erwiesen.

9.

Wir bieten auch für verwirrte und blöde Leute Kurse an. Schreibt uns sofort, denn unsere besonders erfolgreichen Kurse «Mein Zimmer liebt mich abgöttisch» sind fast ausverkauft.

Zum nächsten Kapitel: «Wie man Erschöpfung in der Arbeitswelt behebt». Wahnsinnig geistreich, dieses Büchlein, echt jetzt… Da steht z.B.:

«Selbst die Polizei hat inzwischen dieses grundlegende Prinzip der Scientology erkannt, dass einem Verbrecher zuallererst die Fähigkeit zum Arbeiten fehlt. Die Polizei hat damit begonnen, bei Personen nach diesem Faktor zu suchen, um deren Kriminalität festzustellen.»

Das heisst also, dass alle Arbeitslosen kriminell sind, n’est pas? Aber es wird noch besser, wirklich:

«Erschöpfung gehört folglich zum Arbeitsbereich eines ausgebildeten Praktizierenden der Scientology, da sie nur ein Scientologe angemessen beheben kann.» Aha. Und weiter:

«Es gibt jedoch Mittel, seinen Schwung und seine Begeisterung für Arbeit ohne Beratung durch einen Praktizierenden der Scientology wiederherzustellen. Diese sind relativ einfach und sehr leicht verständlich.»

Aha und Danke, Scientology. Es ist sooooo schööööön, dass ihr für uns alle da seid! Und hier zwei weitere ganz tolle und sinnbefreite Sätze:

«Wenn jemand nicht mehr fähig ist, Leuten oder Gegenständen oder dem Raum, in dem diese sich befinden, entgegenzutreten, ohne zurückzuschrecken oder sie zu vermeiden, beginnt er, sich verloren zu fühlen. Er fängt an, sich in einem Dunst zu bewegen.»

Aha mal zehn. Und das Beste ist dann eine Bilderreihe, die zeigt, wie man einen Spaziergang um den Häuserblock machen soll – echt jetzt, grins. Beschrieben wird die Spazieranleitung wie folgt: «Eine einfache Abhilfe für Erschöpfung ist «Machen Sie einen Spaziergang». Eine Person geht einfach um den Häuserblock herum und schaut auf Dinge. Währendem man weiterspaziert und auf Dinge schaut, können Empfindungen der Erschöpfung verschwinden, und die Person kann fühlen, dass sie wieder mehr Energie hat.»

Ja, das ist seit der Römerzeit 200 vor Christus bekannt, aber dafür muss echt niemand tausende Franken und Euros für aberwitzige Kurse ausgeben. Aber immerhin zeigen die Bilder sehr gut und bis in’s Detail, wie man Spazieren gehen soll. Toll!

Abschliessend zeigt eine Statistik, dass nur «66 % der Haushalte oberhalb der Armutsgrenze (Bevölkerung der USA)» Erfolg am Arbeitsplatz erfahren, während es bei den Scientologen sage und schreibe 91 % sind. Zum Bild steht: «Diejenigen Leute, die Scientology in ihrer Karriere benutzen, besitzen die Werkzeuge, um erfolgreich zu sein und ihre Ziele zu erreichen.»

Ich glaub, wir machen nun einen Spaziergang. Aber selbstverständlich nur mit der bildlichen Anleitung von Scientology. Sonst sind wir hoffnungslos verloren.

Nachstehend hier nun der versprochene Bestellcode – bitte hingreifen und NICHT zurückziehen, dafür bitte 5 Sekunden auf das Bild drücken und 21 Mal «ich will» flüstern, dann geht eine Geheimtüre auf, hinter der eine Überraschung für CHF / EUR 7’799.—steckt. Kauf zwei davon und es wird euch sofort besser gehen!

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