CH – Aargau / Zürich: Was hat Scientology in der öffentlichen Kinderbetreuung, in «Kitas» oder in Schulen zu suchen?

Bei diesem Thema werden wir NIE schweigen, im Gegenteil: wir werden uns immer für Kinder und Jugendliche einsetzen, denn sie sind das schwächste Glied in unserer Gesellschaft. Leider ist es aber so, dass Kinder und Jugendliche in Sekten überhaupt nicht geschützt sind!

Immer wieder erhalten wir von unseren Lesern Informationen, wie auch jetzt in diesem Fall. Deshalb haben wir uns trotz Sommerferien entschieden, diese Informationen so rasch als möglich zu veröffentlichen. Wir hoffen, dass wir sehr viele Personen erreichen und es wäre schön, wenn die Schweizer Medienlandschaft dieses Thema ebenfalls aufnehmen und einen Aufklärungs-Artikel darüberschreiben würde.

Dank einem Tippgeber haben wir von eine Kinderkrippe in der Region AG.

Auf der Webseite steht u.a.: Kinderbetreuung.

Diese «Kinderbetreuung» macht heute sogar noch Werbung.

Im Moneyhouse Eintrag vom 06.05.2021 steht u.a. Betreuung von Kindern.

Die Geschäftsinhaberin, Silke* ist völlig begeistert von Scientology. Auf Ihre Facebook Seite hat sie die typischen Scientology Tarnorganisationen wie: Applied Scholastics, Harrison Ford Hotel in Clearwater, Scientology Flag, Gemeinsam für Menschenrechte gelikt und zu ihre Scientology Freunden gehört u.a. Helene* dazu.

Auch «Clearwarter» gefällt ihr sehr gut und natürlich auch das «Flag Building», in welchem Kinder auf’s Äusserste mit Scientology Technologien gedrillt werden. Und wenn sie (wie oben ersichtlich ist) auch «Applied Scholastics» toll findet, dann wendet sie diese Methode natürlich auch an.

Was ist eigentlich «Applied Scholastics»? Machen wir doch kurz einen Abstecher in das Jahr 2006. Der Spiegel hat bereits vor 17 Jahren klar und deutlich davor GEWARNT:

«Lehrerverbände und Kultusminister warnen vor Scientology. Sektenexperten befürchten, dass Scientologen den deutschen Nachhilfemarkt unterwandern. Mit unverfänglichem Werbematerial würden Schüler in die Institute gelockt. SPIEGEL ONLINE erklärt, wie man zwielichtige Nachhilfeangebote erkennt.»

Und weiter:

«Die Lernstudios sind in der Organisation „Applied Scholastics“ zusammengefasst, einem Projekt, das die Lernmethoden von Scientology-Gründer L. Ron Hubbard verbreitet.

Sektenexpertin Helga Lerchenmüller, die sich beim Stuttgarter Verein „Aktion Bildungsinformation“ (ABI) um Verbraucherschutz in Bildungsfragen kümmert, ortet indes Gefahren in den Lernstudios. „Kinder werden dort von Nachhilfelehrern schleichend auf eine spätere Scientology-Karriere vorbereitet„, sagte Lerchenmüller SPIEGEL ONLINE. Die Hubbard-Lerntechnik sei der Einstieg in die Scientology-Methode. Den Familien könnte auch suggeriert werden, dass die schulischen Probleme des Kindes familiäre Ursachen haben und die Eltern einen entsprechenden Kurs bei der Organisation belegen sollten.»

Genau davor warnen wir ebenfalls seit Jahren! Und es ist wirklich tragisch, dass die leidtragenden Kinder und Jugendliche sind und natürlich die ahnungslosen Eltern. Einen besseren Beweis, dass Kinderkrippen eben nicht immer Kinderkrippen sind, können wir wirklich nicht mehr liefern!

Der Spiegel empfiehlt folgendes «Eltern sollten zwielichtige Angebote zunächst im Internet recherchieren». Wird ehrlich und transparent erwähnt, dass es sich bei dubiosen Angeboten um Scientology handelt? Mitnichten! Der Spiegel weiter dazu:

«Der Trick: Meist wirke das Werbematerial der Lernstudios unverfänglich, Hinweise auf Scientology würden vermieden.» Wunderbar…

Ganz ehrlich, es würde uns NIE IM TRAUM vorkommen, auf Kinder und Jugendliche loszugehen. So eine hinterhältige Masche könnten wir nie mit unserem Gewissen vereinbaren. Andere Menschen können dies jedoch sehr wohl und fühlen sich dabei anscheinend noch gut. Wie beschämend ist das denn!

Zurück zur Inhaberin Silke*, welche auch noch die Gründerin einer Reinigungsfirma ist. Auf dieser Webseite steht u.a. saubere Heime.

Dann hatte sie bis Juli 2015 ein eigenes Geschäft in Zürich – dort drehte sich alles um Schönheit: Schönheitssalon, Nagelstudio, Coiffeur und Kosmetik.

Wow….. eine richtige Scientology «Superwoman-Geschäftsfrau», welche auch auf Linkedin anzutreffen ist!

Generell raten wir verunsicherten Eltern, dass sie in der Kita ihrer Kinder das Gespräch mit der Leitung suchen, über das Thema Sekten im Allgemeinen sprechen und Fragen stellen. Ein Hinweis sind auch die Bücher, Prospekte und Broschüren: Es sollten einfach keine L. Ron Hubbard Bücher rumliegen und schon gar nicht die Scientology «Lernfibel». So sehen sie in etwa aus:

Und wie das so ist, haben wir von einem anderen Leser den nächsten Tipp erhalten, es geht um einen frisch gegründeten Elternverein im Kanton Zürich:

Bei der Kita mit Sitz im Kanton Zürich steht u.a. folgendes auf der Webseite (sie ist noch im Aufbau): wertvolle pädagogische Grundsätze.

Gemäss Moneyhouse bezweckt der Verein die Führung einer Kinderbetreuungsstätte (Kita genannt).

Wer sind die Gründer dieses scientologischer Elternverein?

Petra*, Kerstin* (Vorstandsmitglied der Scientology Zürich und OES bei Independant Contract & Claim Manager) und Tammo* (Tammo* war bis Mai 2023 Vorstandsmitglied und Kassier von Scientology Zürich). Mit der Ehefrau Domenica* haben sie gemeinsam eine Firma im Bereich «MALEN UND RENOVATIONEN» in der Region Zürich.) und Svenia*.

Alle genannten Personen dieses Vereins sind Scientologen und eine Person ist sogar Vorstandsmitglied der Scientology Volketswil (Zürich).

Auf NorthData.com findet man diesen Eintrag:

Immerhin ist die von uns geforderte Transparenz betr. Scientology klar ersichtlich und das ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Denn so können alle selbst entscheiden, ob sie ihre Kinder zu Scientologen in die Schule schicken wollen. Auch im «Öffentlichen Register Privatschulen des Kantons Zürich, wird bestätigt, dass «die Studiertechnologie von L. Ron Hubbard» verwendet wird:

Übrigens gibt Kibesuisse ganz klare Richtlinien vor für die Betreuung von Kindern in Kindertagesstätten, u.a.

«Mitarbeiter müssen aus Pädagogischem Fachpersonal und Pädagogischem Assistenzpersonal bestehen.»

In der Schweiz scheint es wirklich an Aufklärung zu fehlen und an dem Willen, religiöse Gemeinschaften genauer anzuschauen und zu hinterfragen. Wir würden uns wirklich sehr wünschen, wenn mehr «hinter die Kulissen» geschaut würde. Wir haben dies erst kürzlich gemacht und eine private Schule entdeckt, die esoterischen Mist verbreitet hat und Gurus toll findet. Aufgrund von unserer Intervention, hat diese Schule eine Verwarnung erhalten und wird jetzt von einem Kanton «beobachtet»

Wir stellen uns jedoch Fragen betr. dem Kanton Zürich, den wir klar als «sehr sektenfreundlich» einstufen. Wie ist es eigentlich dazu gekommen? Und wo bleibt der Kinder- und Jugendschutz?

Bereits im Oktober 2001 berichtete die NZZ über die o.e. Privatschule mit dem Titel «Staatliche Bewilligung für Scientology-Schule in Zürich» mit folgendem Text:

«Nach den Herbstferien wird ein weiteres von einer bekennenden Scientologin geführtes Primarschulangebot in Zürich als staatlich bewilligte Privatschule auftreten. Laut einer von offizieller Seite bestätigten Medienmitteilung der Schulleitung hat die Bildungsdirektion unlängst die entsprechende Bewilligung erteilt.»

Der Verein AGSD (Relinfo) hat sogar vor dieser Privatschule gewarnt! Auch die Aargauer Zeitung berichtete vor vielen Jahren darüber: «Stiftung gegen Antisemitismus lehnt eine religiöse Indoktrination ab»:

«Bis auf die «Christliche Schule Dübendorf» der Arbeitsgemeinschaft für Schulen auf biblischer Basis befinden sich alle in der Stadt Zürich. Dazu gehören die Freie Evangelische Schule mit einem und die Freie Katholische Schule mit drei Standorten. Weiter aufgeführt sind der katholisch geführte St.-Martin-Kindergarten, die «A bis Z Privatschule» der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten sowie die Privatschule XY von Scientology

Vielleicht fragen sich einige, weshalb es uns so wichtig ist, dass wir vor Scientology aufklären und warnen und besonders dann sehr ausführlich, wenn sie aktiv sind als Nachhilfelehrer, in Kitas, Schulen, Sportvereinen etc. Dann lest bitte die folgende Passage aus dem Buch von Anonymus mit dem Titel «Entkommen – Eine Ex-Scientologin erzählt» (Seite 86 und es ist haarsträubend…):

«Der Sonntag mit den Kindern wird wie vorhergesehen zum totalen Horrorfilm. Claudia hat mir ihre Kinder nur kurz vorgestellt und uns dann zum Spazierengehen geschickt. Mir passt das alles nicht. Bring ich’s halt hinter mich. Anfangs hat ja nur der kleine Timmy gebrüllt und geheult, inzwischen machen die beiden daraus einen Wettkampf. Mit solchen Gören kann ich doch nicht draussen rumlaufen! Abgesehen davon, dass Timmy noch gar nicht laufen kann und in seiner Karre thront, die ich mühsam vor mir herschiebe. Lore ist drei Jahre alt und kann schon sprechen. So kann ich ihr wenigstens meine Meinung sagen und sie vorübergehend ruhigstellen. Endlich zurück in der Org, ist es mir völlig egal, was sie machen, Hauptsache, ich krieg endlich meine Ruhe. Hilflos wende ich mich an Claudia.

«Ach, das hat er schon seit zwei Tagen, dass er ständig brüllt und heult, das ist echt too much. Da darfst du dir nichts draus machen, das liegt nicht an dir. Inzwischen zieht er Lore auch schon mit runter. Ich muss mal eben ‘ne «Ethik-Sitzung» mit ihm machen. Vielleicht geht’s dann wieder.» Ich hätte ja alles erwartet, bloss das nicht. Ethik-Sitzung! Ich bin ja mal gespannt, wie Claudia das anstellt. Beim Zuhören schlackern mir die Ohren:

«Pass mal auf, Timmy: Du verhältst dich total «out-ethisch (überlebensfeindlich)», das ist nicht in Ordnung so. Du «enturbulierst  (aufwühlen, durcheinanderbringen)» hier alle und ziehst alle mit runter. Damit schränkst du das Überleben von uns allen ein, und das ist ein schwerer «flunk (Fehler)»! So geht das nicht. Ich kann ja verstehen, dass du mal deine Grenzen abchecken willst, aber jetzt bist du schon zu weit gegangen, verstehst du? Schau mal, jeder muss was für das eigene Überleben und auch das der anderen tun, aber du machst genau das Gegenteil, und das ist out-ethisch und nicht okay.»

So ein Gespräch wünschen wir wirklich keinem Kind… Und dass tatsächlich eine Gefahr von Sekten ausgeht, zeigt folgendes Beispiel aus Deutschland. Fokus Online dazu am 13.11.2013 (wir versuchen es in grosser Schrift, damit dies Sektenverstehern in’s Auge sticht):

«München schließt Scientology-Kindergarten»

«Die Stadt München hat eine Kindertagesstätte wegen Hinweisen auf Verbindungen zu Scientology geschlossen. Der Trägerverein will Widerspruch einlegen.»

Genau das, was bei uns in der Schweiz gänzlich fehlt, steht eingangs des Artikels:

«Die Stadt sei der Überzeugung, dass das Wohl der dort betreuten Kinder gefährdet sei, teilte das Presseamt am Montag mit. Der Trägerverein Kinderhäusl müsse seine Einrichtung unverzüglich schließen. Die Einrichtung sei nach den Prinzipien von Scientology geführt worden, und dies widerspreche dem Kindeswohl, sagte eine Sprecherin des Schulreferates.»

Und weiter steht – jetzt kommt es noch dicker, liebe Schweizer Versteher von Sekten:

«Das Menschenbild von Scientology passe nicht mit den gesetzlich vorgegebenen Grundsätzen für eine Erziehungseinrichtung zusammen. Das Kind werde nicht zur Selbstständigkeit erzogen. „Das ist das Bild von einem Kind, das zu bevormunden, zu indoktrinieren und zu manipulieren ist“, sagte die Sprecherin.» „

«Die Lehren von L. Ron Hubbard widersprechen auch den Zielen des bayerischen Bildungs- und Erziehungsplanes und des bayerischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetzes“, hieß es weiter.»

37 Kommentare zu „CH – Aargau / Zürich: Was hat Scientology in der öffentlichen Kinderbetreuung, in «Kitas» oder in Schulen zu suchen?

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