Was hat ein «religiöses» Trauma mit Scientology zu tun?

Bei unseren Einsätzen vor den Scientology Ständen und ihren Tarnorganisationen werden wir von Passanten oft gefragt, warum wir das tun und warum wir gegen diese Sekte sind. Deshalb haben wir uns entschieden, zu diesem Thema einen Artikel mit der Mithilfe der Psychologie und Aussteigern zu schreiben.

Wir sind der Meinung, dass die totalitäre / fundamentalistische und undemokratische Scientology Organisation deshalb so gefährlich ist, weil

  1. Sie ein ausgeklügeltes und hierarchisches System mit einem eigenen Justizapparat seit der Gründung von L. Ron Hubbard aufgebaut haben. Scientology anerkennt keine fremde Demokratie, sondern versucht in allen Ländern ihre «eigene Demokratie» zu leben. Letztes Wochenende haben wir den besten Beweis dafür erhalten. Die Luzerner Polizei musste den langjährigen Schweizer Scientologen vor Ort doch tatsächlich erklären, dass in der Schweiz die freie Meinungsäusserung (BV Artikel 16) erlaubt ist und man auch anderer Meinung sein kann. Unglaublich, aber wahr!

  2. Ihre «Love bombing» Strategie funktioniert wie bei allen anderen Sekten gleich, aber mit dem E-Meter (Apparat mit zwei Büchsen, welches man laienhaft als auch einen billigen Lügendetektor bezeichnen könnte) führen sie mit den Anhängern / Mitgliedern und ahnungslosen Menschen «Auditings» durch und genau dort beginnt die Gehirnwäsche / Bewusstseinsveränderung. An Standaktionen führen sie sehr gerne Stresstests durch und dann fallen diese wirklich langweiligen und jahrzehntelang einstudierten Aussagen wie: Sie haben Probleme, wir haben die LÖSUNGEN dafür oder Sie sind gestresst, wir helfen Ihnen. An Sitzungen in den Scientology Org’s oder in Scientology Gebäuden werden bei diesen Auditings sämtliche Aussagen akribisch notiert, von einer anderen Person wird das Gespräch überwacht und je nach Land / Ort wird sogar gefilmt und alles archiviert! Dies nur aus einem Grund: die zum Teil sehr intimen und persönlichen Aussagen können dann gegen ein Scientology Mitglied verwendet, wenn sie oder er aussteigen will. Dann wird dem Scientologen unethisches Verhalten vorgeworfen und sie oder er muss von der Ethik-Abteilung (Justizapparat) wieder «auf Spur gebracht werden», was natürlich neue Kurse bedeutet und noch mehr Geld ausgeben! Ein wirklich perfides System, in welchem die Mitglieder unter Druck gesetzt werden, wenn sie anderer Meinung sind oder wenn sie aus Scientology aussteigen wollen.

  3. Scientology gehört von der Anzahl Anhänger / Mitglieder nicht zur grössten Sekte, aber sie ist durch ihren enormen weltweiten Immobilienbesitz und die immer wiederkehrenden Mitgliederspenden die reichste Sekte der Welt. Wie wir bereits erwähnt haben, hat Scientology einen eigenen Geheimdienst genannt OSA, «Office of Special Affairs», mit einem enormen Einfluss in sämtlichen Tätigkeiten im Bereich: Unterwanderung der Politik und Behörden, Überwachung von eigenen Mitgliedern, Beschattung von Aussteigern und Kritikern. Der OSA Geheimdienst hat eine ausgeklügelte Vorgehensweise, die über die Jahre immer gleich ist und gemäss etlichen Aussteigern und Experten soll er sogar besser sein als die CIA. Der Hauptsitz ist in Clearwater, USA, und die eigene «Kampfkasse» wurde gemäss Marc Headley, Ex-Scientologe und Ex-Sea Org Mitglied, in der Arte Dokumentation «OSA – die Spitzel von Scientology» bereits in den 2000er Jahren wöchentlich mit US$ 100’000.– gefüttert, um gegen eigene Mitlieder, Kritiker, Gegner und Aussteiger vorzugehen.

    Diese «Kampfkasse» ist bei der IAS (International Assoziation of Scientologists –Internationale Vereinigung der Scientologen) zu Hause – wo auch jeder Scientologe: dieser Vereinigung früher oder später beitreten muss, was natürlich Geld kostet. Der Betrag wird pro Jahr berechnet oder man schliesst ein „Lifetime-Member“ ab, welcher ca. US$ 5’000.– Dollar kostet. Die IAS hat nicht Hubbard, sondern David Miscavige nach dem Tod von L. Ron Hubbard gegründet. Sinn und Zweck soll es sein, Scientology mit Geld zu versorgen, um dann eben Gerichtsfälle, Angriffe, etc. finanzieren zu können.

    Aus diesem IAS-Topf werden z.B. auch Gebäude finanziert und es wird dann grossspurig verkündet, die IAS habe eine Org finanziert, was in Tat und Wahrheit aber die Mitglieder mit ihren „Spenden“ möglich gemacht haben. Die bezahlen zwar, aber die Immobilie gehört dann nicht den Mitgliedern der lokalen Org, sondern sie gehört dann zum Portfolio von Scientology-Int., ergo zu David Miscavige!

  4. Durch die Gehirnwäsche (stetes «gedrillt» werden) und die Ethik-Richtlinien wird jeder Scientologe nach und nach dazu gebracht, GAR keine Kritik mehr aufkommen zu lassen. Beispiel: Jemand liest in einer Schrift, dass man gar nicht stirbt, sprich das Wesen nur den Körper verlässt und das Wesen unsterblich ist. So, nun sagt sich der neue Scientologe, dass diese Aussage von L. Ron Hubbard für ihn nicht stimmt und er nicht daran glaubt. Der Scientologe übt also Kritik an dieser Aussage.

    Nun, jetzt würde der Kursüberwacher auf den Plan treten und den neuen Scientologen fragen, welches Wort er in der vorausgegangenen Text nicht verstanden hat. Eventuell hat er das Wort «Körper» oder das Wort «Wesen» nicht gänzlich verstanden. Diese Wörter werden nun akribisch geklärt, bis der neue Scientologe die Wörter «richtig» versteht. Das wird mit einem Duden oder auch mit einem Scientologen-Wörterbuch gemacht. Hat der Scientologe nun ein „wirkliches“ (EBEN DAS RICHTIGE) Verstehen, dann studiert er die Passage nochmals und kommt dann schlussendlich darauf, dass ER und nicht L. Ron Hubbard falsch gelegen ist!

    GANZ WICHTIG: Was L. Ron Hubbard sagt ist unumstösslich wahr! Nun stellt euch vor, dass ihr diese Prozedur x-mal durchmacht. Irgendwann seid ihr so weit, dass ihr – bei aufkommenden – Kritikpunkten automatisch davon ausgeht, dass IHR falsch liegt und nicht die Aussage falsch oder unwahr ist. Sobald also ein Scientologe nicht mehr in der Spur läuft, wird automatisch ein Korrekturprogramm gestartet, welches dann eben auch auf der Ethik-Abteilung geschehen kann. Das geht so weit, dass am Ende der Scientologe selber beginnt, das Korrekturprogram zu starten und sich sogar freiwillig beim Kursüberwacher oder Ethik-Mitarbeiter zu melden. Das bedeutet dann, dass die Person sich selber programmiert NICHT MEHR KRITISCH zu sein. Dieses geschieht ohne, dass es der Scientologe selber merkt!

    Ein Lieblingsspruch von Scientologen ist folgender – unnötig zu sagen, dass dieser auch aus der Feder von Hubbard stammt: „Es ist nur das für dich wahr, was du selber erlebt und erfahren hast!“ Diesen Spruch haben uns Scientologen tatsächlich bereits etliche Male während unseren Einsätzen an den Kopf geworfen.

    Diese Aussage ist die perfekte Tarnung und straft jeden Kritiker als Lügner ab, wenn er behauptet, dass man in Scientology KEINE Kritik üben darf! Wenn Hubbards Aussagen und Schriften aber als unumstösslich wahr angesehen werden, dann ist Kritik aus logischen Gründen nicht erst möglich.

    Mit dieser perfiden Handhabung lebt man als Anhänger «Möchtegern Gläubiger» in einer totalen Parallelwelt und wird vollkommen von der Aussenwelt abgeschottet.

  5. Durch dieses militärisch gedrillte und manipulierte Sektenleben «erleben» alle Scientologen eine perfide Gehirnwäsche / Bewusstseinsveränderung. Bei einem Ausstieg, und es spielt keine Rolle wie lange man dabei war, läuft dies psychologisch unter:

    a) einem geistig gestörten Verhalten / Leiden (die Moralvorstellungen und Ethik-Vorstellungen wurden auf brutalste Art und Weise manipuliert und umgedreht). Sie leiden unter leichten, mittelschweren und sogar bis schweren Realitätsverlusten.

    Wie wirkt sich das aus?
    Stellt euch vor, dass euer Kind stirbt. Horror! Für jeden Menschen der Alptraum schlechthin. Ein Nicht-Scientologe wäre am Boden zerstört, hätte schlimmste emotionale Momente etc. Für einen Scientologen wäre dies natürlich auch eine Katastrophe, ABER er geht ganz anders damit um.

    Ein Scientologe WEISS, dass das Kind nicht tot ist, es hat „nur“ seinen Körper verlassen. Somit ist der Tod weniger schlimm anzusehen und es bedeutet auch, dass man deshalb nicht in ein unendliches Loch fallen muss, aus welchem man nicht wieder hinauskommt. Dann versucht der Scientologe die „Sache“ rational zu analysieren. Für den Scientologen ist KLAR, dass alles, was einem zustösst, auch mit einem selber zu tun hat (man hat dafür die Verantwortung oder Konsequenz zu tragen), ergo auch der Tod.

    Es gab also einen triftigen Grund für den Tod des Kindes. Das mag vielleicht sogar der Wahrheit entsprechen, zeigt aber auch, dass der Scientologe NICHT auf der emotionalen Schiene fährt, sondern auf der rationalen. Das bedeutet, dass der Scientologe auf einer fast reinen rationalen Schiene operiert. Deshalb fällt die emotionale Schiene (Trauer, Weinen, Wut, etc.) kleiner aus. Man könnte sagen, dass menschliche Emotionen abgestumpft werden, da man alles rational und logisch erklären kann.

    Der Unterschied von einem Menschen zu einer Maschine sind unter anderem EMOTIONEN und diese werden durch Scientology abgeschwächt oder unterdrückt. Nehmen wir bei einem Menschen die Emotionen weg, dann haben wir ein Wesen, welches wie eine Maschine funktioniert. Die Daten / Infos, um den «Rechner» zu füttern sind die Fakten und Wahrheiten, die der Scientologe durch die Scientology-Technologie erhält.

    Das o.e. Beispiel „Tod des eigenen Kindes“ ist sehr extrem und soll lediglich verdeutlichen, wie weit es gehen könnte, respektive wie der Mechanismus funktioniert und was es mit dem Menschen macht. Scientologen «drillen» die Emotionen und versuchen diese unter Kontrolle zu bringen. Dafür gibt es spezielle Drills wie die TR’s (Trainigs-Routinen), in welchen sich zwei Scientologen unter anderem stundenlang gegenübersitzen und sich nur in die Augen schauen, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. Wer sich ein Interview mit einem Scientologen ansieht, kann diesen starren Bilck gut erkennen.

    b) einem Trauma inkl. tiefen psychischen Narben.

All die oben erwähnten Punkte können wir bei Gesprächen mit Sektenaussteiger auch als Laien sehr klar erkennen und das ist sehr traurig und bedenklich. Deshalb sehen wir es als unsere humanitäre Arbeit an, Menschen / Passanten aller Altersklassen und egal mit welchem Migrationshintergrund auf öffentlichem Grund (Strassen) aktiv davor zu warnen und in persönlichen Gesprächen zu informieren und aufzuklären. Denn je mehr Menschen darüber aufgeklärt sind, desto weniger Zulauf werden alle Sekten trotz Pandemie, Ängste und Panik haben. Bei unserem letzten Auftritt in Luzern konnten wir auch von jungen Menschen hören, dass sie in der Schule von den Lehrern aufgeklärt wurden, andere erwähnten ihre Eltern. Hier sagen wir nur «Bravo!». Leider hören wir dies jedoch nur sehr selten und wir wünschen uns, die Aufklärung würde noch mehr an Bedeutung gewinnen in Schulen und Familien.

Das «Trauma» beginnt aber nicht erst beim Ausstieg aus der Scientology Organisation, sondern schon beim Eintritt und im Leben innerhalb dieser Psychosekte. Anhand verschiedener Beispiele werden wir dies erklären und mit Beweisen veranschaulichen.

Was war zuerst da, das Huhn oder das Ei?

Eine sehr provokative und philosophische Frage, aber beim Thema Scientology sehr relevant, da sie mit den Ethik-Richtlinien (Justizapparat) Meister der «Umkehrung der Tatsachen» sind. Schuldzuweisung und Lügen seitens Scientology sind bestens bekannt, da sie meinen, dass ihre «religiöse» Lehre keine Fehler aufweist. Und falls Scientologen trotzdem einmal an der Organisation oder am System zweifeln (und das machen alle Scientologen irgendwann), dürfen diese Zweifel NIE erwähnt sondern sie müssen sofort wieder verbannt werden. Ansonsten kommt dies während einem «Auditing» an’s Tageslicht und postwendend wird ein Wissenbericht an den Ethik-Offizier geschrieben, gefolgt von einer Wiedergutmachung und natürlich gefolgt von einer passenden Bestrafung. Zusätzlich muss der Scientologe wie bereits o.e. wieder auf «die Spur» gebracht werden.

Auf der Suche des Sinns des Lebens / vorhandene Probleme, die Lösungen brauchen:

Stellt euch vor ihr seid auf der Suche «des Sinns des Lebens» und niemand hat für euch die passenden Antworten dazu. Ihr findet sie nicht in eurem Umfeld, Familie, Freunde, Arbeitsstelle und auch der allenfalls vorhandene Glaube hilft euch nicht weiter. Dieses Gefühl und der Mangel am eigenen Selbstwertgefühl oder ein unterdrücktes Selbstwertgefühl, welches leider oft durch die Erziehung oder durch den Glauben begonnen hat, kann oder stellt eine potenzielle Gefahr dar, dass ihr nach «Halt» sucht und dies am liebsten in einer Gemeinschaft, Gruppe. Dies hat nun wirklich nichts mit Intelligenz zu tun!

Eines Morgens steht ihr mit diesen Gedanken / Gefühle auf, zieht euch an und geht raus. Zufälligerweise läuft ihr an einem nicht angeschriebenen Scientology Stand vorbei und werdet sehr nett und zuvorkommend von einem Scientologen angesprochen. Oder ihr müsst an diesem Tag mit dem Zug zur Arbeit oder ihr wollt von einem stressigen Arbeitstag nach Hause laufen und ihr werdet von einem netten und zuvorkommenden Scientologen mit einer Broschüre oder Flyer in der Hand angesprochen.

In diesem Gespräch am Stand oder auf der Strasse / Bahnhof-Passerelle hört ihr von einem Fremden, dass es für JEDES Problem eine Lösung gibt. Schwuppdiwupp freut sich euer Geist und euer Gehirn über das gehörte und ihr lässt euch tiefer in das Gespräch ein oder macht sogar einen kurzen Stresstest am Stand. Der Scientologe hat euch mit der scientologischen Kommunikations-Technologie bereits mit viel Charme umgarnt, ohne dass ihr überhaupt wisst, dass ihr vielleicht bald in den Fängen einer gefährlichen Sekte landet. Ihr werdet auch mit der «Love bombing» Technik umhüllt und ihr fühlt euch von einem Fremden zutiefst verstanden. Und wenn sich durch so viel Aufmerksamkeit, Verständnis und lieben Worten sogar das eigene Bauchgefühl verabschiedet, dann ist Hopfen und Malz verloren.

Dann ist natürlich der Weg zu einem scientologischen Persönlichkeitstest und zu dem ersten kostenlosen Auditing nicht mehr weit. Auch die warme Aufnahme in die Scientology Gemeinschaft gefällt euch enorm und euer schwaches Selbstwertgefühl springt vor Glück – hier bin ich am richtigen Ort, hier gefällt es mir sehr gut. ABER VORSICHT: Das funktioniert ebenso bei einer gestandenen Persönlichkeit, die wie wir alle, grundlegende Fragen hat.

Finanzierung / Geld:

Wurde eure Neugierde mit den oben erwähnten Methoden erweckt, dann dauert es nicht lange, dass ihr die ersten Dianetik Kurse bei Scientology besucht. Sie beginnen eigentlich sehr harmlos aber sehr effizient. Durch die preisgünstigen Kommunikationskurse lernt ihr spielerisch die Macht über euch und eurem Gegenüber zu erkennen und auszuüben. D.h. z.B. jegliche Kritik an euch prallt in der Arbeitswelt ab und mit dem Erlernten erreicht ihr gegenüber dem Chef die Macht zurück und man hört euch plötzlich zu und erste Erfolge stellen sich ein. Die ersten Erfolge sind für euch rasch sichtbar und vor allem spürbar. Ihr lernt auch mit einfachen Argumentationen das kritische Gegenüber mundtot zu machen und euer Selbstwertgefühl blüht rasch wieder auf.

Mit dieser positiven Erfahrung stellt ihr bald fest, dass die Scientology Methoden in der Aussenwelt bestens funktionieren und ihr wollt mehr. Mehr Kurse, mehr Techniken, mehr Erfolge. Nur, ab jetzt wird euch Scientology sehr viel Geld und Zeit kosten. In den nächsten Kursen inkl. Auditings müsst ihr tausende von Schweizer Franken / Euros hinblättern. Entweder ihr könnt diese hohen Kosten mit dem Lohn eures Jobs abdecken oder ihr müsst bald eure Familienmitglieder, Freunde oder eine Kreditinstitution um Geld anfragen. Keine Angst, damit seid ihr nicht die Ersten und werdet auch nicht die Letzten sein.

Es gibt tausende von Scientologen, die Kredite aufnehmen und sich hoch verschulden – auch hier sprechen wir von hunderttausenden Schweizer Franken oder Euros. Die nächste Möglichkeit ist, die eigenen Eltern anzupumpen oder ein Vorerbe zu beziehen. Besitzt ihr z.B. eine eigene Wohnung oder Haus, wird dieses neu verpfändet oder verkauft. Ist dies nicht möglich, dann könnt ihr bei Scientology gewisse Kurse mit einem 5-jährigen Arbeitsvertrag «abzahlen». D.h. neben eurem Beruf arbeitet ihr mindestens 40 Stunden pro Woche für Scientology. Und hier sprechen wir nicht einmal von den benötigten Lernstunden / Studium für die Scientology Lehre denn da kommen dann nochmals ca. 12 Stunden Studium dazu. Macht 52 Stunden Total! Die kommen selbstverständlich noch zu eurem Alltag dazu. Der Scientology Druck / Stress steigt und steigt und ihr seid schon bald mittendrin im Trauma-Spiel.

Familie / Freunde / Aussenwelt:

Mit diesem enormen Druck, welche die fundamentalistische Scientology Organisation subtil aufbaut, müsst ihr nach deren Ethik-Richtlinien leben. Ihr braucht für Scientology so viel Zeit und werdet auch von ihnen umzingelt, dass ihr immer weniger Zeit für eure Familie und Freunde habt. Diese extreme Veränderung bekommt euer Umfeld und Aussenwelt unwillkürlich mit. Ihr werdet mit Fragen konfrontiert und da ihr in den Kommunikations-Kursen gelernt habt, mit kritischen Fragen oder Kritikern umzugehen, argumentiert ihr natürlich gewandt und elegant. Und da ihr keine Lust habt, immer ähnliche Fragen beantworten zu müssen und kritische Stimmen zu hören, distanziert ihr euch immer mehr von der Aussenwelt und bewegt euch ab jetzt fast ausschliesslich nur noch innerhalb der Scientology Gemeinschaft. Während ihr alles toll und grossartig findet, seid ihr in Tat und Wahrheit gefangen in dieser machtvollen und hierarchischen Struktur, in dieser Parallelwelt! Herzliche Gratulation, eine Trennung von der Familie, Freunden und vom ganzen Umfeld wird später unausweichlich zu einem Trauma führen!

Scientology Struktur:

Die Komplexität der Scientology Struktur haben wir euch mit dem vorherigen Artikel bereits gut aufgezeigt. Deshalb ist es wichtig zu verstehen, dass es durch die Ethik-Richtlinien, die 8 Dynamiken (Spielfelder) und den 21 Geboten vom «Weg zum Glücklichsein» jedem Scientologen verboten ist, öffentlich oder in der Gemeinschaft Kritik gegen das Machtgefüge Scientology auszusprechen. Spätestens jetzt ist die Manipulation und die Gehirnwäsche / Bewusstseinsveränderung vollends im Gange. Aber auch das geistige Trauma läuft auf Hochtouren, vor allem dann, wenn ein Scientology Mitglied an Scientology und an ihrer Struktur oder an ihrer Methode zweifelt und der Druck und die Angst vor einer bevorstehenden Bestrafung immer mehr ansteigt. Ängste und Zwänge werden innerhalb von Scientology zu einer tonnenschweren Last.

Deshalb redet kein Aussteiger über einen «einfachen Ausstieg», es wird immer wieder von einer «Flucht» gesprochen. Jeder Scientologe muss den Ausstieg mit sich selbst vereinbaren und akribisch und im Geheimen vorbereiten. Die Idee darf kein anderer Scientologe erfahren, da das ganze sofort mit einem «Wissensbericht» bei der Ethik-Kommission gemeldet wird. Scientologen sind verpflichtet, andere Scientologen zu verpfeifen (wir haben darüber berichtet). Jeder Aussteiger weiss auch, was ihm seitens Scientology blüht und sogar die Sektenkinder wissen darüber Bescheid. Mit einem Ausstieg aus dieser Sekte wird das «Trauma» noch mehr verstärkt.

  • Die vorhandenen Schulden müssen zurückbezahlt werden und hier sprechen wir von Tausenden von Schweizer Franken oder Euros.
  • Man verliert den Kontakt zu Freunden und evtl. zu der eigenen Familie, welche bei Scientology bleibt (beim Eintritt jedoch auch).
  • Da man beim Ausstieg fast nichts mehr besitzt, ist selbst der Gang aufs Sozialamt denkbar und evtl. auch nach all den Abklärungen eine IV-Rente möglich. Was für ein Hohn und Schande und auch dies führt zu Angst und Panik.
  • Wenn man sich in der Öffentlichkeit kritisch über Scientology äussert, wird man als SP deklariert (unterdrückerische Person) und erhält dazu den bekannten Trennungsbefehl «Disconnect». Somit steht man für jegliche Attacke seitens Scientology und ihren Mitgliedern zum Abschuss bereit und dies auch viele Jahre später, wenn man vielleicht den Tritt im Leben wieder gefunden hat und sogar wieder einer Arbeit nachgeht.
  • Im schlimmsten Fall steht man mit dem Ausstieg unter enormen Druck und es gibt etliche Suizidfälle. Selbstverständlich weist Scientology jede Anschuldigung von sich ab.

Man wird mit dem Ausstieg von einem Moment zum anderen ein Feind von Scientology, man muss sich erneut in die Aussenwelt zurück kämpfen mit all den erlebten Traumas und wenn man sich «neu erfinden» muss, muss man die vorhandenen Traumas mit Hilfe von psychologischer Betreuung angehen. Was muss das für ein Gefühl sein, wenn man jahrelang oder jahrzehntelang anhören musste, dass die Psychiatrie und die Psychiater Feind Nr. 1 von Scientology ist? Was für ein Gefühl muss das sein, um überhaupt Vertrauen in einen Arzt aufbauen zu können? Das Gefühl von Schulden sitzt zudem auch im Nacken, ebenso die mögliche psychische Labilität, ausser man hat seit Beginn eine eigene Firma und sehr viel Geld.

Ein gutes Beispiel dafür brachte die Ex-Scientologin Pia Maria Gardini (†‘ September 2012), welche durch ihre drogensüchtige Tochter zu Scientology gefunden hat. Ihre Geschichte zeigt die kriminellen Machenschaften von Scientology sehr gut auf und als Unternehmerin ging sie nach ihrem Ausstieg mit Scientology vor Gericht und gewann. Mit der niederschmetternden Beweislage musste ihr Scientology US$ 500’000.– zurückzahlen. Auf Youtube findet ihr in englischer, französischer und italienischer Sprache sehr gute Interviews über ihre Geschichte, jedoch sind solche Fälle leider sehr selten.

Die Sichtweise aus der Psychologie

Als Symptome des religiösen Traumasyndroms haben Psychologen Dysfunktionen erkannt, die in der Anzahl und schwere von Person zu Person unterschiedlich sind. Wie können sich diese Symptome bei den betroffenen Aussteiger bemerkbar machen?

Kognitiv: Verwirrung, Schwierigkeiten bei der Entscheidungsfindung und kritischem Denken, Dissoziation, Identitätsverwirrung. Als Kognition werden alle Vorgänge hinsichtlich der geistigen Wahrnehmung und der Denkprozesse bezeichnet. Die kognitiven Fähigkeiten des Menschen können Signale aus der Umwelt wahrnehmen und verarbeiten – Kognition findet also immer und überall statt.

Affektiv: Angst, Panikattacken, Depression, Suizidgedanken, Wut, Trauer, Schuld, Einsamkeit, Sinnlosigkeit. Affektiv oder gefühlsbetont wird somit ein Verhalten genannt, das überwiegend von Gemütserregungen und weniger von kognitiven Prozessen bestimmt wird. Seit dem 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart wird Affekt als heftige Gemütsbewegung bezeichnet.

Funktionell: Schlaf- und Essstörungen, Albträume, sexuelle Dysfunktion, Drogenmissbrauch.

Sozial/kulturell: Bruch der Familie und des sozialen Netzwerks, Beschäftigungsprobleme, finanzieller Stress, Probleme bei der Eingliederung in die Gesellschaft, zwischenmenschliche Dysfunktion.

Entwicklungsverzögerung: emotionale, intellektuelle, soziale und sexuelle Unreife, die aus kontrollierter Information und Entmutigung von kritischem Denken ausserhalb des religiösen Umfelds resultiert.

Leider gibt es nur wenige Psychotherapeuten, die sich zum Thema «Sekten» öffentlich äussern und ihr Behandlungskonzept darstellen. In der Schweiz versuchen wir seit Monaten eine Zusammenarbeit für unsere Aufklärungs-Artikel zu erreichen, aber leider sind die Schweizer Psychotherapeuten, was ihre Arbeit betrifft, sehr verschlossen und wir erhalten dann lediglich eine Absage mit der Begründung «Datenschutz». Deshalb schätzt die FASA die Arbeit von Dieter Rohmann (Diplom-Psychologe und Sektenexperte) aus München sehr. Er arbeitet seit fast 40 Jahren ausschliesslich mit sogenannten Sektenmitgliedern / Sektenaussteigern und deren Angehörigen.

Es lohnt sich wirklich seine Homepage zu besuchen oder als Aussteiger in den Anfängen des eigenen Ausstiegs ein paar Therapiestunden bei ihm zu buchen.

Zum Thema «religiöses Trauma» sagt Dieter Rohmann folgendes und er spricht von einem Rehabilitationsprozess:

«Jede Kultgeschichte – wie auch jede Lebensgeschichte – eines Aussteigers ist einzigartig. Für einige ehemalige Mitglieder verläuft der Rehabilitationsprozess relativ unproblematisch. Für andere, besonders für Langzeitmitglieder, kann der Prozess Monate – oder wenn sie keine adäquate Begleitung erfahren – sogar Jahre dauern.

Als unlösbar definierte Probleme, die bereits vor dem Kulteintritt bestanden und während der Mitgliedschaft „auf Eis gelegt“ waren, werden nach einem Austritt wieder aktuell. Durch die Konfrontation mit diesen alten Problemen steht das Ex-Mitglied wieder an genau dem Punkt, dem es schon einmal – damals durch einen Kultbeitritt – entflohen ist (z. B. Selbstwertgefühl, Schul- und Berufsausbildung, Familienprobleme, Beziehungsprobleme, Sexualität).

Es ist deshalb äußerst wichtig, das Ex-Mitglied in der Rehabilitationsphase direkt und fachgerecht zu begleiten. Eben nicht nur, um Hilfestellung zu leisten bei der Verarbeitung der Kulterfahrung, sondern auch bei der Bewältigung der alten und nun wieder aktuellen Probleme, die ursprünglich zum Kulteintritt geführt haben (Stufe II). So setzt die auf anhaltenden Erfolg ausgelegte Hilfe bei den Ursachen an und nicht bei den offen sichtbaren Symptomen. Hierbei hat sich das Vorgehen in drei Stufen als äußerst hilfreich erwiesen. Auf dieser Basis kann das Ex-Mitglied dann neue, diesmal eigene Ziele und Perspektiven erarbeiten, bei deren Umsetzung es bis zu einem gewissen Grad noch weiter unterstützt werden sollte.»

In den USA ist dieses Thema irgendwie präsenter unter den Psychotherapeuten und zeigt auf, wie wichtig auch dieses Thema ist, um Aussteiger im Allgemeinen besser zu verstehen oder sogar betroffenen Familienmitgliedern ein bisschen unter die Arme zu greifen. Ihr wisst ja «steter Tropfen höhlt den Stein».

Frau Dr. Marlene Winell ist Psychologin, Pädagogin und Autorin im Westen von Massachusetts gehört im Moment zu der bekanntesten Psychotherapeutin im Thema «religiöses Trauma». Ihr Hintergrund umfasst 30 Jahre Erfahrung im Bereich Human Services, sowohl im kommunalen als auch im akademischen Umfeld. Sie hat einen Doktortitel in Human Development and Family Studies von der Pennsylvania State University. Sie ist Autorin von «Leaving the Fold – A Guide for Former Fundamentalists and Others Leaving their Religion».

In der Zeitung «Support Raw Story vom 5.9.2019 wurde Frau Dr. Winell interviewt. Zur Frage: Was genau ist ein religiöses Trauma-Syndrom? Gab sie folgende Antwort:

«Religiöses Trauma-Syndrom (RTS) ist eine Reihe von Symptomen und Merkmalen, die tendenziell zusammenpassen und mit schädlichen Erfahrungen mit der Religion zusammenhängen. Sie sind das Ergebnis von zwei Dingen: dem Eintauchen in eine kontrollierende Religion und den sekundären Auswirkungen des Verlassens einer religiösen Gruppe. Das RTS-Label liefert einen Namen und eine Beschreibung, die Betroffene oft sofort erkennen. Viele andere Menschen sind von der Idee von RTS überrascht, denn in unserer Kultur wird allgemein angenommen, dass Religion gut oder gut für Sie ist. Genauso wie man Kindern vom Weihnachtsmann erzählt und sie später ihren Glauben ausarbeiten lässt, sehen die Leute keinen Schaden darin, Kindern Religion beizubringen.

Aber in Wirklichkeit verursachen religiöse Lehren und Praktiken manchmal ernsthafte psychische Schäden. Die Öffentlichkeit ist mit sexuellem und körperlichem Missbrauch im religiösen Kontext einigermassen vertraut. Wie die Journalistin Janet Heimlich in ihrem Buch «Breaking Their Will» dokumentiert hat, können bibelbasierte religiöse Gruppen, die patriarchalische Autorität in der Familienstruktur betonen und harte Erziehungsmethoden anwenden, destruktiv sein.

Aber das Problem ist nicht nur körperlicher und sexueller Missbrauch. Emotionale und mentale Behandlung in autoritären religiösen Gruppen kann auch schädlich sein aufgrund

  1. giftiger Lehren wie ewige Verdammnis oder Erbsünde
  2. religiöser Praktiken oder Denkweisen wie Bestrafung, Schwarz-Weiss-Denken oder sexueller Schuld und
  3. die Vernachlässigung, wie eine Person daran hindert, die Informationen oder Möglichkeiten zu haben, sich normal zu entwickeln.

Weiter sagt Frau Dr. Winell: Neben Angstzuständen kann RTS Depressionen, kognitive Schwierigkeiten und Probleme mit der sozialen Funktionsfähigkeit umfassen. Autoritäre religiöse Gruppen sind Subkulturen, in denen Konformität erforderlich ist, um dazu zu gehören. Wenn Sie es also wagen, die Religion zu verlassen, riskieren Sie auch, Ihr gesamtes Unterstützungssystem zu verlieren.

Das Verlassen einer Religion nach dem vollständigen Eintauchen kann zu einem vollständigen Umbruch der Realitätskonstruktion einer Person führen, einschliesslich des Selbst, anderer Menschen, des Lebens und der Zukunft. Menschen, die mit dieser Situation nicht vertraut sind, einschliesslich Therapeuten, haben Schwierigkeiten, den blanken Terror zu schätzen, den sie erzeugen kann. Selbst für eine Person, die nicht so tief verwurzelt war, kann der Austritt aus der Religion ein stressiger und bedeutsamer Übergang sein.»

Das «Religiöse Trauma Symptom» trifft in Amerika sicher wesentlich mehr Menschen als in der Schweiz. In den USA gibt es sogar mehrere Organisationen, die sich der Hilfe für Opfer von religiöser Gewalt widmen. Unter anderen Recovering from Religion und Freedom from Religion Foundation. Solche Organisationen sollte es in der Schweiz eigentlich auch geben. Klar gibt es Institutionen wie Infosekta und Relinfo aber es wäre wünschenswert, wenn es betr. dem Thema Sektenausstieg mehr Anlauf- und Hilfestellen geben würde. Erst recht seitdem Sekten und radikale evangelische Freikirchen in der Schweiz mit der Pandemie immer mehr an Zuwachs gewinnen. Eine besorgniserregende Entwicklung zusammen mit dem Rechtsruck in Europa.

Somit können wir sagen, dass das «religiöse Trauma-Syndrom (RTS)» eine Reihe von Symptomen und Merkmalen sind, die zusammenpassen und mit schädlichen Erfahrungen mit der Religion zusammenhängen.

Und wie sieht die Anerkennung in der Praxis mit dem Umgang von den diversen Aussteigern aus? Wir haben in der Schweiz bis heute von keinem Scientology Aussteiger gehört, dass in der vorhandenen Psychotherapie der Ausdruck RTS gefallen und bewusst angegangen worden ist. Im Gegenteil, wir bekommen immer wieder Ausdrücke wie:

  • Bipolare Störungen, im allgemeinen Depressionen
  • PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung)
  • dissoziale Persönlichkeitsstörung
  • Bulimie, Borderline u.s.w.

zu hören. Das sind die gängigen schulmedizinischen Diagnosen bei Scientology Aussteigern.

Würde man aber den betroffenen Aussteigern ihre vorhandenen Probleme und die vielen Fragen dazu einfach und klar erklären, dann wären in unseren Augen die Heilungschance grösser und vor allem schneller vorhanden. Trotz allem ist die Vorgehensweise sehr sehr individuell anzuschauen. Die psychische Verfassung und Abhängigkeit der indoktrinierten Ideologie ist bei jedem Aussteiger unterschiedlich. Wir merken diese Unterschiede relativ gut, wenn wir mit ehemaligen Sektenkinder sprechen oder mit erwachsenen Aussteigern.

Viele Entwicklungsaufgaben überschneiden sich mit kognitiven, affektiven, funktionellen und sozialen/kulturellen Aufgaben. Entwicklungsaufgaben der Genesung konzentrieren sich auf das Erkennen von Entwicklungsverzögerungen und die Bereitstellung der notwendigen Ausbildung in kritischem Denken, sexueller Gesundheit, psychischer Hygiene und Sozialisation, um eine Fortsetzung der natürlichen menschlichen Entwicklung zu ermöglichen.

Aussteiger, welche als Erwachsene in die Scientology Sekte eingetreten sind, haben nach ihrer Verarbeitung des Ausstiegs eine ganz andere Einstellung zur Realität. Sie können wieder normal artikulieren und man versteht sie sehr gut, wenn sie etwas Erklären oder erzählen. Immer weniger benutzen sie die Scientology Sprache. Die meisten sind in der Lage einem Beruf nachzugehen und den Lebensunterhalt selbstständig zu bestreiten.

Aussteiger, welche in der Scientology Sekte hineingeboren wurden oder als Kinder hineinkamen, fehlt es an dem Wissen, Sprache und Leben in der Aussenwelt. Oft verstehen sie die normalen Reaktionen oder die Ausdrucksform der Menschen nicht. Sie fühlen sich auch sofort missverstanden und fallen schnell in die gelernten scientologischen Angriffe zurück. Die eingetrichterten Ethik-Richtlinien werden unbewusst angewendet. Nicht alle haben einen guten Schulabschluss oder eine abgeschlossene Lehre, da die Eltern nicht dafür gesorgt haben. Die Kinder mussten in der Organisation viele Stunden verbringen und mithelfen oder aber die Eltern waren nicht genügend wohlhabend. Was wir von Betroffenen ebenfalls erfahren haben ist, dass es den Eltern mit der scientologischen Gehirnwäsche völlig egal war, was aus ihren Kindern wird. Einfach nur unglaublich! Wichtig ist hier: dass wir Kenntnis über diese Indoktrination haben und die Sektenkinder liebevoll und sofort darauf aufmerksam machen.

Nach 2,5 Jahren aktive Aufklärungsarbeit haben wir, die FASA, viel dazu gelernt und wir lernen jedes Mal immer noch viel. Mittlerweile ist das Thema Aussteiger auch einfacher für uns geworden und wir können besser auf Aussteiger zu gehen und ihnen somit vielleicht gewisse Dinge aufzeigen / erklären.

Dieses Wissen hilft uns auch menschlich mit Scientologen bei ihren Standaktionen umzugehen, d.h. wir geben uns gar nicht mit ihnen persönlich ab und wir versuchen sie auch nicht zu einem Ausstieg zu überreden. Jeder Scientologe und jede Scientologin müssen die Machenschaften und Indoktrinationen selber bemerken (am einfachsten geht es, wenn man die Zweifel zu lässt), damit sie von alleine den Ausstieg / die Flucht schaffen. Alles andere ist für uns Aussenstehenden Illusion in der Aufklärungsarbeit.

Wenn man sich mit Scientology beschäftigt, muss man die Aussagen vom Gründer L. Ron Hubbard immer im Hinterkopf haben! Weil in der sektiererischen Realität NUR Scientology und ihre Handlungen korrekt sind und alles andere falsch ist – auch unser Schweizer Rechtssystem!

Dazu ein Auszug als L. Ron Hubbard’s «Handbuch des Rechts», Hubbard Kommunikationsbüro, Scientology Publications Organization, Dänemark 1959, Neuauflage 1979, S.8:

«Niemand unter uns richtet oder bestraft gerne. Trotzdem sind wir vielleicht die einzigen Leute auf der Erde mit dem Recht zu bestrafen (!) – da wir den Schaden, den wir anrichten, in den meisten Fällen wieder beseitigen können. Bestrafen Sie deshalb niemals über das Mass unserer Fähigkeit, es durch Auditing oder Wiederherstellung wieder zu beheben, hinaus.»

Deshalb denkt immer daran, die Aussenwelt kann durch Aussteiger oder Betroffenen in vieler Hinsicht behilflich sein und zur Seite stehen und das alles ohne Vorurteile. Bitte lasst dies zu und lasst euch helfen. Auf unseren Schildern steht nicht einfach so, dass Scientology Familien und Menschen zerstört!

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