UK: Was passiert nach der Niederlage von Scientology gegen die Aktivisten in Saint Hill?

Update vom 27.06.2025 sh. unten

Seit Wochen berichtet der ehemalige Londoner Scientology-Mitarbeiter Alex Barnes-Ross, der in den Jahren 2023 und 2024 Proteste vor den jährlichen „IAS“-Veranstaltungen von Saint Hill im Herbst organisierte, über die harte Arbeit, die er geleistet hat, um den Rat davon zu überzeugen, dass der Antrag von Scientology auf ein Verbot unnötig und extrem sei.

Anstatt den drastischen Schritt zu unternehmen, die Proteste zu verbieten, brachte der Rat beide Seiten dazu, sich auf Verhaltenskodizes zu einigen (die größtenteils lediglich eine Anerkennung bestehender Gesetze darstellten). Das Verbot, bekannt als Public Spaces Protection Order (PSPO), wird dem Rat nicht empfohlen.

Am 15.06.2025 haben wir euch über diesen wirklich grossen Erfolg auf Facebook, Linkedin, Instagram und Bluesky darüber informiert. Und wenn ihr denkt, dass Scientology jetzt einfach aufgibt und darauf verzichtet, die Kritiker mundtot zu machen, übersetzen wir euch jetzt den Anwaltsbrief von Scientology, welcher von Tony Ortega publiziert wurde:

«Sehr geehrter Herr Turner

Betreff: Schutzanordnung für öffentliche Räume – Saint Hill Road, East Grinstead

Wie Sie wissen, vertrete ich in dieser Angelegenheit das Church of Scientology Religious Education College Inc. of Saint Hill Manor, Saint Hill Road, East Grinstead („die Kirche“).

Nach der Entscheidung des Rates, den Protest, der zwischen dem 25. und 27. Oktober 2024 am Eingang der Kirche in der Saint Hill Road stattfand, genau zu beobachten, schreibe ich Ihnen, um Ihnen die diesbezüglichen Beobachtungen der Kirche mitzuteilen.

Zunächst möchte ich darauf hinweisen, dass sowohl Sie als auch die ehrenamtlichen Helfer der Kirche die Menschen ermutigt haben, Ihnen über Ihr Online-System Stellungnahmen zu übermitteln. Viele Kirchenmitglieder haben dies jedoch offensichtlich übersehen oder waren misstrauisch oder nicht bereit, dies zu tun. Daher fasse ich die Beschwerden zusammen, die in der Kirche vorgebracht wurden.

Die erste allgemeine Beobachtung ist, dass die ständige Anwesenheit von vier Beamten des Mid Sussex District Council während der drei Protesttage ganz klar zu einem verbesserten Verhalten der Demonstranten führte. Dies lässt sich durch einen einfachen Vergleich des zweiminütigen Videos, das ich Ihnen letztes Jahr geschickt habe, mit dem, was Sie dieses Jahr selbst gesehen haben, verdeutlichen.

Dennoch war es für viele Mitglieder der Scientology-Religion sehr beunruhigend, gleich am Eingang ihrer Gebetsstätte mit Scientologen-Gegnern konfrontiert zu werden. Ich halte das für nicht akzeptabel. Genauso wenig wäre es akzeptabel, wenn Juden Spießruten laufen müssten, um ihre eigene Synagoge zu betreten, oder wenn Muslime Spießruten laufen müssten, um eine Moschee zu betreten, weil sie gegen Antisemiten protestieren.

Was Ihnen vielleicht nicht bewusst ist, den Scientologen aber durchaus bewusst ist: Es ist eine Lehre der Scientology-Religion, dass ihre Anhänger den Kontakt mit Personen meiden sollen, die sich öffentlich gegen die Religion stellen. Scientologen befanden sich daher in der misslichen Lage, gegen diese Lehre verstoßen zu müssen, nur um der Kirche beitreten zu können. Diese für Scientologen belastende Situation wurde noch dadurch verschärft, dass die Demonstranten sie beim Betreten der Türen zusätzlich anriefen.

In den vergangenen Jahren stellte der East Grinstead Rugby Club für die große Veranstaltung am Freitagabend einen zusätzlichen Parkplatz zur Verfügung. Da sich die Antiscientologen jedoch am Straßenrand neben dem Eingang aufstellten, hätten die dort parkenden Mitglieder der Kirche durch sie hindurch oder direkt daneben laufen müssen. Die Kirche traf daher die schwierige Entscheidung, Busse erst dann auf dem Parkplatz des Rugby Clubs abzustellen, wenn sie die Mitglieder sicher auf dem Kirchengelände abgesetzt hatten. Stattdessen nutzte sie ihr Gelände im nahegelegenen Fonthill als zusätzlichen Parkplatz. Für viele lokale Scientologen, darunter auch einige ältere, bedeutete dies einen zusätzlichen Fußweg von etwa 300 Metern. Sie konnten das Kirchengelände die Straße hinunter betreten und den Demonstranten vollständig aus dem Weg gehen. Obwohl viele sich über die weite Strecke des Weges unzufrieden zeigten, war ihnen dies lieber, als sich den Hänseleien der Antiscientologen und der Demütigung auszusetzen, während ihrer Hänseleien gefilmt und live im Internet übertragen zu werden.

Dank der Anwesenheit der Beamten des Mid Sussex District Council kam es in diesem Jahr nicht zu den Verhöhnungen, die die Ausrottung der Religion forderten, wie es im letzten Jahr gegen viele Mitglieder der Fall war. Sie mussten sich jedoch Rufe anhören, in denen ihnen Missbrauch vorgeworfen wurde, sowie äußerst beleidigende und anstößige Aufforderungen, „auf ihre Kreditkarten aufzupassen“. Diese richteten sich sowohl an Fußgänger als auch an einfahrende Autos.

Ich werde Ihnen ein kurzes Video auf WeTransfer schicken, das aus dem Live-Stream der Anti-Scientologen dieses Jahres zusammengeschnitten wurde und das oben genannte zeigt – was Sie auch selbst miterlebt haben werden.

Vor dem Wochenende hatte der Organisator eine E-Mail geschickt, in der er unaufrichtig anbot, sich auf ein akzeptables Verhalten bei der Protestaktion zu einigen. Es folgte ein Austausch über Lucy Corrie.

Im Rahmen des Austauschs legte die Kirche einen äußerst vernünftigen Vorschlag vor:

„Wenn er und seine Kollegen die Veranstaltung wirklich nicht stören und niemanden belästigen wollen, sollten sie:

1. Bleiben Sie in dem von der Polizei für die Mahnwache vorgesehenen Bereich.

2. Besucher der Veranstaltung nicht zu belästigen oder in irgendeiner Weise zu beunruhigen oder zu beunruhigen, insbesondere nicht durch:

a. Aufnehmen von Videos, Live-Streaming oder Fotografieren von diesen;

b. Rufen oder anderweitige Störungen

c. In ihrer Gegenwart beleidigende Worte zu skandieren, wie etwa: „Scientology muss weg.“

d. Ihnen im Weg stehen

e. Hassreden

Das wäre das Mindeste, was man erwarten sollte, wenn er wirklich aufrichtig wäre.“

Leider weigerten sich die Anti-Scientologen, dies zu tun. Deutliche Beispiele dafür sind in dem kurzen Video ihres Live-Streams zu sehen, das ich Ihnen sende.

Die Polizei hatte sie angewiesen, sich an einem dafür vorgesehenen Platz in der Nähe des Eingangs aufzuhalten. Dort wären sie für die Besucher der Veranstaltung gut sichtbar gewesen, hätten aber Belästigungen, Störungen und Bedrängnisse vermieden. Sie weigerten sich jedoch, dieser Anweisung Folge zu leisten.

Sie standen direkt am Eingang der Kirche und begannen, die Besucher zu belästigen, zu beunruhigen und zu beunruhigen, indem sie sie filmten, per Live-Stream aufnahmen und fotografierten, sie anriefen (manchmal mit Namen), sie mit Schimpfwörtern beschimpften (indem sie ihnen Missbrauch vorwarfen), sie zwangen, auf der Straße zu gehen, um engen Kontakt mit ihnen zu vermeiden, und Dinge riefen, die Hass schüren sollten (wie etwa Scientologen des Missbrauchs zu beschuldigen).

Viele Besucher, die all dies erlebt hatten, beschwerten sich bei der Kirche.

Die Anti-Scientologen machten außerdem deutlich, dass sie genau dieses Verhalten in Zukunft wiederholen würden, wenn man ihnen dies gestattete.

Unter diesen Umständen ist es offensichtlich, dass es sich um Aktivitäten handelt, die an einem öffentlichen Ort innerhalb des Zuständigkeitsbereichs der Behörde durchgeführt werden und sich nachteilig auf die Lebensqualität der Anwohner auswirken. Die Aktivitäten werden voraussichtlich von Dauer sein und sind unzumutbar. Unter diesen Umständen sind die durch die beantragte PSPO auferlegten Beschränkungen gerechtfertigt.

Wenn ich Ihnen sonst noch behilflich sein kann, lassen Sie es mich bitte wissen.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Hodkin, Rechtsanwalt»

Anhand dieses Beispiels erseht ihr, wie die «Fair Game» Methoden / Taktiken seitens Scientology weltweit immer gleich aussehen und wie sie  höhlenbewohnerartig immer gleich argumentieren. Damit unterstreichen wir, dass die Scientologen nichts anderes kennen und können, als zurückversetzt wie in den  50er / 60er Jahren manipulativ gefolgsam die L. Ron Hubbard Richtlinien 1:1 wiederzugeben! Immer und immer wieder die gleiche „Kriegsführung“ (wortlaut Hubbard), derselbe „Juden-Vergleich“und dieselbe Wortwahl „Scientology-Religion“ – sorry, auch in UK ist Scientology NICHT als Religion anerkannt! Wann endlich erkennen dies europäische Politiker, Gerichte und Behörden?

Das stets selbe Vorgehen der manipulativen, in vielen Ländern lediglich als Verein registrierten Psycho-Organisation, ist wirklich immer gleich und locker zu beweisen. So, wie wir es heute tun und wie wir es auch immer in der Vergangenheit mit Facts belegt haben. Und dies auch in Zukunft können / werden.

Es ist an der Zeit, dass dies endlich überall an’s Tageslicht kommt und dass auf diesem Punkt solange herumgestochert wird, bis die Scientology Strategie endlich erkannt wird und so weltweite Kritiker geschützt werden und nicht als Hetzer vor Gericht gezogen werden können. Denn die Hass- und Hetz-Methode wird von Scientology bis zum Vergnügen angewendet – solange, bis offizielle Stellen und Gerichte diese Strategie durchschauen.

In unserem Gerichtsverfahren kann man sogar die jahrzehntelange Narrative gut lesen und Politiker fühlen sich immer noch nicht verantwortlich, etwas dagegen zu unternehmen. Im Gegenteil, durch das Nichtstun kostet es allen Aktivisten (SLAP-Klagen) ein menge Geld, alle ausgesprochenen Lügen / Narrative / Behauptungen vor Gericht zu beweisen / widerlegen.

Update vom 27.06.2025:
Hier die persönlichen Erklärungen von Alex auf Youtube mit dem Titel «Die kleinliche Antwort von Scientology auf die Infragestellung des Protestverbots durch den Rat» vom 26.06.2025.

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